Christuswege

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Wege  von  Jesus  Christus  im  menschlichen  Bewusstsein  und  der  Erde.

Inhaltsverzeichnis aller Teile.

Zum ersten Teil: (25) Kapitel über die Schritte der Evangelien:
mit Einführung in den Sinn und Gebrauch dieser Texte.

Dies ist der 2.Teil: Die Schritte der Offenbarung des Johannes:  

http://www.Christuswege.net/de5.htm

Diese deutsche Version kann fortlaufend gelesen werden oder durch Klicken hier in einzelnen Seiten (schnellerer download; trotzdem ist zu empfehlen, es in dieser biblischen Reihenfolge zu studieren.) Es gibt auch eine Version mit Navigationsleiste oder die Gesamtausgaben zum Herunterladen bzw. Ausdrucken.

26.  Einführung zur Offenbarung des Johannes
27.  Zum Umgang mit Prophezeiungen 
28.  Zu den Inhalten der Johannesapokalypse: "Die sieben Kirchen" (mit Extraseite über die heutigen Kirchen)
29.  Die sieben Siegel
30.  Die sieben Posaunen
31.  Die „sieben Donner" und die zwei Propheten
32.  Die Frau und der Drache
33.  Das siebenköpfige Tier aus dem Meer
34.  Das zweihörnige Tier aus der Erde
35.  Die „letzten sieben Plagen", das Ende "Babylons" und die Wiederkunft Christi
36.  Das (wirkliche) „1000 – jährige Friedensreich"
37.  Der „Neue Himmel, die Neue Erde und das "Neue Jerusalem" 

Zum Schlusskapitel beider Teile: Das Christliche - mit einer Tafel 'Eine christliche Haltung - "In der Welt, aber nicht von der Welt", ein "Dritter Weg".

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Methodische Hinweise.

Die folgenden Kapitel folgen den Schritten in der Johannesoffenbarung. Es können einzelne Kapitel oder - empfehlenswerter - die Kapitel in ihrer Reihenfolge zum Erkenntnisgewinn gelesen werden.
Wer darüber hinaus diese Abfolge konzentrierter Betrachtungen und die Offenbarung mit einer ganzheitlichen Methode erarbeiten möchte, - incl. Meditation - möge hier für methodische Hinweise klicken. So ist es möglich, einen individuellen Zugang zur Wirklichkeit hinter allen Worten zu suchen und zu finden, und an ihr teilzuhaben.
Im Internet zuerst veröffentlicht 30.01.2001; verbesserte Fassung vom 14. 8. 2001, mit späteren Updates.

 

Die Offenbarung des Johannes.

Beim Johannesevangelium ist bei intensiverer meditativer Auseinandersetzung erahnbar, dass seine Schwerpunktsetzung einer meditativen Rückschau des Evangelisten auf selbst im Leben Miterlebtes entstammt - evtl. redigiert von seinen Schülern.

Bei der Johannesoffenbarung hingegen ist es offensichtlich, dass sie auf Visionen zurückgeht. Hier sind keine gedanklichen Fortschreibungen äußerer Lebenserfahrungen in die Zukunft hinein am Werk. Die Form dieser Visionen zeigt auch – Erfahrungen im Ringen um die Unterscheidungskraft bei eigenen inneren Bildern usw. vorausgesetzt –, dass sie von höheren Ebenen stammen, als von jenen, wo sich äußere Erwartungen in imaginative Bilder formen können; eine Vermischung mit Persönlichem ist nicht erkennbar. Die Quelle ist auch klar benannt, wenngleich das allein bei solchen Erlebnissen keine Gewähr wäre: „Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und hat sie gedeutet und gesandt durch seinen Engel zu seinem Knecht Johannes...".

Moderne evangelische Theologie interessiert sich meist nicht besonders für diese apokalyptische Schrift. Sie könnte sie mit ihren äußeren Methoden nicht wirklich, oder nur bruchstückhaft entschlüsseln, da sie die „Methode" ihrer Entstehung und die damit verbundene Symbolik nicht aus eigenen Erfahrungen ableiten kann. In der katholischen Kirche bestehen einige Vorstellungen über die Apokalypse, aber die Menschen lesen diese dort kaum; zu ferne ist sie der Selbstzufriedenheit vieler Menschen und Kirchen in der heutigen Zeit. Freikirchen und Sekten dagegen berufen sich direkt auf die Johannesoffenbarung = Apokalypse*. Sie lesen aus der prophetischen Schau verstandesgemäß, also auch mit einer allein nicht zureichenden Methode, oft eine einzige äußere Katastrophenzeit heraus; und sehen sich jeweils als die Auserwählten, oder zumindest als die am direktesten Auserwählten. *Der Begriff Apokalypse stammt aus dem Griechischen, und heißt Aufdeckung, Offenbarung, und nicht etwa Katastrophe.

Im Kapitel zum Pfingstereignis wurde bereits auf Übergänge von individuellen Wirken Jesu in seinem Umkreis zu Entwicklungen im Großen hingewiesen.

Wird nach den Evangelien auch die Johannesoffenbarung auf ganzheitliche Weise erarbeitet, wie in der „Einführung.../ Methodische Hinweise" angeregt, zeigt sich Unerwartetes, in der Literatur so nicht zu Findendes:

Die Offenbarung zeigt eine Abfolge, die der Abfolge im Leben Jesu verwandt ist. Jedoch ist eindeutig von Entwicklungen in der Menschheit bzw. Erde und im Kosmos die Rede; auch eine noch so innerliche, mystische Verarbeitung bestätigt lediglich, dass es keine bloßen Bilder zur Unterstützung der Entfaltung oder „Einweihung" des einzelnen Menschen sind; wenngleich sie angesichts der besagten Parallelen zu den Evangelien Einzelnen auch derart individuell helfen können. Die eigentliche Stufe der Apokalyptik ist eher ein Bewusstsein, welches das urbildhafte Geschehen um Jesus Christus vor zweitausend Jahren ausweitet auf eine ebenso von urbildhaften Schritten durchzogene Entwicklung der Menschheit und Erde vor dem Hintergrund des Kosmos. Hier ist auch der universelle Aspekt Christi inbegriffen, gegenüber seinem Wirken als Menschensohn um die Zeitenwende. Von dieser Warte her wären wiederum einige Rückschlüsse auf das Geschehen im Kleinen vor ca. 2000 Jahren möglich.

Die Offenbarung besitzt allerdings eine unnachahmliche größere Komplexizität als die Schilderung der Evangelien. Sie ist also auch keine bloße Projektion des von Johannes am Leben Jesu Erlebten auf das Weltgeschehen.

Die Offenbarung beschreibt in ihrem eigentlichen „Element" ein Geschehen im mehreren Dimensionen bzw. Seinsebenen. Nur sekundär sind auch zeitliche Abfolgen in den Schritten zu finden. Schon von daher ist klar, dass viele Deutungen als historische Geschehnisse teils nur kleine Anklänge an das Geschaute darstellen, und teils ausgesprochen irreführend sein müssen.

Von einem anderen, ebenfalls zulässigen Gesichtspunkt her sieht R. Steiner die erschauten zukünftigen Bewusstseinszustände der Menschheit als z.T. vorwegnehmbar durch einige Geistesschüler der Gegenwart. R. Steiner, nachlesbar in: „Die Apokalypse des Johannes", Vortragszyklus 1908.

Im Sinne von Otto Hanish, Gründer der zarathustrisch orientierten „Mazdaznan"- Lebensreformbewegung fand Oberdörffer Entsprechungen zu physiologischen Entwicklungen z.B. der Nervenbahnen im Menschen. „Die Apokalypse", Dt. Mazdaznan Bewegung, Gablonzer Str.7, 76185 Karlsruhe.

Eine kapitelweise esoterische Ausdeutung versuchte etwa Artur Schult: „Das Johannesevangelium als Offenbarung des Kosmischen Christus" und „Weltenwerden und Johannesapokalypse". Natürlich sind das erkenntnismäßige Annäherungsversuche, zu denen es viele Anmerkungen zu machen gäbe.

Hier noch eine Anmerkung zu älteren Prophetien: Es hilft wenig, die Johannesapokalypse in der Ausdeutung zu vermischen mit der Prophetie des Alten Testamentes. Auch wenn an einigen Stellen verwandte Bilder verwendet werden, müssten die Aussagen der alten Propheten erst einmal mit den geschichtlichen Ereignissen der vorchristlichen Zeit und entsprechenden Zeittafeln verglichen werden. Dann zeigt sich nämlich, dass diese Propheten fast ausnahmslos von damals bevorstehenden Ereignissen in vorchristlicher Zeit und in der Zeit Christi sprachen: z.B. der babylonischen Gefangenschaft und der damaligen Rückkehr der Juden, sowie den nachfolgenden Kriegen im Land, einem damaligen Sieg der Juden, usw.; auch vom Kommen des Messias bzw. Christus (zum Messias vgl. die Seite über das Alte Testament). Nur an ganz wenigen Stellen schimmert zusätzlich etwas durch, was bisher nicht geschehen ist, und auf unsere Zeit bzw. auf das in der Johannesoffenbarung Geschilderte hindeutet (z.B. Jesaja 24; 25; 27; 66:15; Daniel 7:9-28; Sprüche 2:21-22.)

Joh.off.5:6 wurde in traditioneller (christlicher) Theologie als grundlegende Vision herausgearbeitet: das Lamm, das geschlachtet wurde, und trotzdem aufrecht vor dem Thron Gottes steht. In einer kirchlichen Sicht wurde die Kirche als erste Stelle gesehen, wo sich das Neue umsetzt. Ansonsten behandelten Theologen die Johannesoffenbarung im Zusammenhang mit dem "endzeitlichen" (eschatologischen) Vertrauen auf ein kommendes "Königreich" Gottes, besonders im Zusammenhang mit entsprechenden Reden aus den Lehrjahren von Jesus. Was Gott mit Jesus begonnen hat, was aber unvollendet ist, entfaltet sich weiter bis zur Vollendung; vgl. Philipper 1:6. Dabei kam es vor, dass ein Beginn eines "neuen Himmels und einer neuen Erde" (Joh.off.21) schon mit der Kreuzigung und Auferstehung Jesu angenommen wurde - und dann eine kontinuierliche Entwicklung dahin angenommen wurde. Die Johannesoffenbarung spricht allerdings von einem Umbruch, der selbst bei einer noch so symbolischen Auslegung ein nie dagewesenes Ausmaß erahnen lässt. Der Scheinwiderspruch zwischen etwas eigentlich schon Vorhandenem und einer späteren Verwirklichung wird sich nur wirklich lösen, wenn jenes Bewusstsein ansatzweise meditativ nachvollzogen wird, das Jesus zeigt, wenn er mehrfach sinngemäß sagt "Es kommt die Zeit und ist schon jetzt..." (Joh.ev. 4 und 5): Es besagt, dass etwas auf einer geistigeren Ebene schon real Gegebenes, auf der sichtbaren Ebene später zur Geltung kommen wird.

Zur "kleinen Apokalypse" im Matthäus-Evangelium.

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Zum Umgang mit Prophezeiungen.

Hier mögen noch einige allgemeine Gedanken zum Umgang mit Prophezeiungen angebracht sein, nicht nur mit der Johannes-Apokalypse, sondern z.B. auch mit anderen, meist kurzen „Apokalypsen" aus der apokryphen Literatur der ersten Jahrhunderte, oder modernen apokalyptischen Visionen moderner Hellseher, die meist „gemischten" Charakter haben; darüber hinaus mit sonstigen, individuellen „Vorhersagen" verschiedener Art. Die urbildhaften Schritte der Johannesoffenbarung als solche dürften ebenso wenig vermeidbar sein wie die verschiedenen Stadien der Entwicklung eines Embryos bzw. eines Lebewesens, oder gewisse Schritte in der Entwicklung eines Mystikers usw. Wie diese Schritte jedoch durchlaufen werden, ob bei kleinsten Anlässen viel gelernt und so manche Härte im Äußeren vermieden wird, oder ob große Katastrophen geschehen müssen, das liegt in der Hand der Menschen. Wer das äußere Geschehen in der Welt untersucht, unabhängig von Propheten, kann dieselbe Gesetzmäßigkeit erkennen, gleich ob das Schicksal des Einzelmenschen oder größerer Zusammenhänge betrachtet werden.

Die nicht urbildhaften und daher weniger grundlegenden Einzelheiten in Zukunftsvisionen sind geistige Programme, die aufgrund des Vorherigen zu einem bestimmten Zeitpunkt so weit gediehen sind, dass aus ihnen in der Zukunft bestimmte Geschehnisse folgen würden, die immer enger eingegrenzt werden nach Art, Raum und Zeit. Ändern sich aber durch menschliche Bemühungen die ursächlichen geistigen Programme im Einzelnen oder in Menschengruppen, dann ändern sich auch die Einzelheiten in der Zukunft, insoweit diese über die Notwendigkeiten der Urbilder hinausgehen. Daher ändern sich Visionen im Laufe der Zeit. Das gilt insbesondere für Visionen von Menschen, die nicht von jener weitreichenden Ebene wie Johannes schauen; ihre Visionen können u.U. innerhalb kürzester Zeit überholt sein. Allerdings ist der Spielraum der Menschheit angesichts menschlicher Trägheit begrenzt. 

Hellseher können entweder vage Impulse wahrnehmen, diese sind dann unter Umständen am korrektesten; oder sie sehen schon deutlichere Möglichkeiten in symbolischer Form, oder auch exakte physische Geschehnisse, deren Einzelheiten jedoch manchmal vom Unterbewusstsein beigesteuert werden - weil sie nur in geringem Grade festliegen; einmal abgesehen von schlichten Projektionen aus Erlebnissen der Vergangenheit auf die Zukunft, oder anderen häufig vorkommenden täuschenden Wahrnehmungen, oder völlig falschen Ausdeutungen .

Andere Widersprüche in solchen "Zukunftswahrnehmungen" spiegeln offenbar festgefügte, einander teils widersprechende Zukunftsszenarien wieder (*s. a. Verweis am Schluss des Kapitels über "die Letzten 7 Plagen"). Diese sind in der psychischen Ebene der Menschheit "reale, noch nicht klar entschiedene Möglichkeiten", zu denen unterschiedliche menschliche Vorstellungen beigetragen haben. Jeder Mensch nimmt an diesem fortschreitenden Entscheidungsprozess über die Zukunft bewusst oder unbewusst teil. 

Einerseits ist die Erde ein bewusster, freier Organismus, und wie Gott diesen Teil seines Wesens bzw. seiner Schöpfung ergreifen soll, das wird ihm niemand sagen. Andererseits ist auch der Mensch für seinen Teil frei, sich für immer bessere Lösungsmuster zu entscheiden, ähnlich wie auch seinen Zellen eine erhebliche Variationsbreite ihres Verhaltens zugesprochen werden könnte; - dies wird nicht zentral vom menschlichen Bewusstsein diktiert, welches die Zellen aber durchaus mit positiven Gedanken usw. ansprechen kann.

Also ist durch wandelnde Gedanken und Gebete, durch Liebe und Gottvertrauen, durch rettende Taten und Gnade sehr viel mehr zu bewirken und bewirkt worden, als es fatalistische Haltungen nahe legen würden.

Auch Zeitangaben von Hellsehern oder inspirierten Schriften sind in Bezug auf die irdische Zeit oft nicht exakt gewesen.

Die Wahrnehmung einiger Mystiker, wonach auf höchsten Ebenen jenseits von Raum und Zeit alles schon vorhanden ist, und die irdische Wahrnehmungsebene des Ringens um richtige Entscheidungen usw. sind beide unabhängig voneinander richtig. Beides philosophisch wertend gegeneinander auszuspielen, entspricht nicht dem völlig unterschiedlichen Charakter dieser Ebenen und macht das Denkergebnis falsch.

Extra-Fenster "Inspiration und die Kirchen".

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Zu den Inhalten der Johannesapokalypse: Die sieben Kirchen.

In der Offenbarung 1. Kapitel beschreibt Johannes die erste Christusvision nach der Himmelfahrt. „Ich wandte mich um", oder deutlicher im 4. Kap. „Steig her...", „und alsbald war ich im Geist" bedeuten, dass hier nicht Christus zu Johannes „herabsteigt", sondern Johannes zeitweilig bewusst auf die Ebene „heraufsteigen" kann, von der aus zu ihm gesprochen wird. Dies ist wichtig und nicht symbolisch. „Der Erste und der Letzte und der Lebendige", der „tot war", „...und die Schlüssel der Hölle und des Todes hat", der mit Gott vereinte Christus spricht zu ihm. Er benennt damit auch das allgemeine, vielfach variierte Thema, das die Apokalypse wie ein roter Faden durchzieht: Die Durchdringung der verschiedenen zurückgebliebenen bzw. „finster" gewordenen Ebenen des Lebens – nicht durch irgendein Licht, sondern durch das „wahrhaftige Licht", im Sinne des Johannesevangeliums, durch Christus. Alles wird zu Beginn in den Kontext der nun wiederholten Prophezeiung einer Wiederkunft Christi „in den Wolken" gestellt.

Christus zeigt sich bildhaft in seiner Eigenschaft als sonnenhaftes Zentrum der „Sieben Gemeinden in Asien". "Bekleidet mit einem Gewand, das bis an die Füße reichte" - d.h. sein Geist durchdringt alles, auch den Willen, der in den Füßen zum Ausdruck kommt; "um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold" -die Liebe des Herzens ist auch an Weisheit gebunden-. "Sein Haupt und seine Haare waren weiß..." -durch diese Verbindung mit der Liebe ist wiederum das Haupt strahlend-; "und seine Augen wie Feuerflammen" -seine Augen 'beleuchten' die Welt-; "seine Beine glänzten wie Golderz" -seine Schritte haben auch eine reinigende Wirkung nach außen-; "und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen" -auch in seiner Stimme schwingt der Geist mit-. "In seiner Rechten hielt er sieben Sterne" -er zieht alle Kräfte, alle Charaktere mit der Rechten, die für die Zukunft steht, nach sich, sie folgen ihm nach-; "und aus seinem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert" -er bringt die wirkliche Unterscheidungskraft und Differenzierung. 
Diese Vision erscheint wie eine Analogie zu jener Vision Johannes der Täufers am Beginn des Johannesevangeliums, mit der Taube des wahren Geistes; die sieben Gemeinden entsprechen der Berufung der Jünger - z.B. ab Joh. 1, Matth. 4,18-22.

Die „sieben Gemeinden" - sieben Kirchen; Off. 2-3 - existierten real. Sie verkörperten unterschiedliche kulturelle Probleme, Qualitäten und Möglichkeiten, die Christus schonungslos den „Engeln" dieser Gemeinden schreiben lässt. „Engel" scheint sich hier auch auf irdische Leiter dieser Gemeinden zu beziehen, die Briefe sind keine rein übersinnliche Angelegenheit. Daneben wurde sicher davon ausgegangen, dass diese Kirchen tatsächlich jeweils von einem Engel betreut werden. Der Begriff Engel kann jedoch zusätzlich darauf hinweisen, dass die christlichen Gemeinden in den sieben Städten auch stellvertretend für jene Kräfte angesprochen werden, die sie verkörpern, und die auch anderswo zum Ausdruck kommen.

Daher dürfte es auch einigen Wahrheitsgehalt haben, wenn Strömungen rosenkreuzerischer, theosophischer, anthroposophischer Art ohne große Begründungen davon ausgehen, dass diese Gemeinden Kulturen darstellen. Diese werden als einander folgend beschrieben. Der heutige Umbruch der abendländischen Kultur zu einer am Horizont auftauchenden sanfteren Kultur wird entweder mit einem Wechsel von der 5. zur 6. Gemeinde, oder mit einem Wechsel von der 6. zur 7. Gemeinde identifiziert. Manchmal wird ein Bezug zu den Vorstellungen von einem kommenden „Wassermannzeitalter" herzustellen versucht, das nach verschiedenen astrologischen und New-Age-Richtungen zwischen ca. 1961 und ca. 2000 oder auch 2242 beginne, bzw. nach R. Steiner seine eigentliche Wirksamkeit jedoch erst ca. 3500 bekomme. Dabei werden z.T. noch Unterzeitalter von 300-400 Jahren angenommen. Auch wenn diesen kosmischen Zyklen Realitäten zugrunde liegen, wird hier jedoch Einiges übersehen.

Die Apokalypse ist ihrem Charakter nach nicht auf ein zyklisches Geschehen der „ewigen Wiederkehr der gleichen zwölf Tierkreisqualitäten" gerichtet. Das Bild einer Spirale, wo sich alles auf immer höhere Ebenen entwickelt, wäre schon besser. Die sehr grundsätzlichen „Quantensprünge" der Menschheits- und Weltentwicklung in der Apokalypse können jedoch nicht allein auf der Basis einer kontinuierlichen Kreiselbewegung, der Präzession der Erdachse und geistiger Begleitumstände derselben, gesehen werden. Wird z.B. die Zeitgeschichte betrachtet, dann geschehen immer schnellere Entwicklungen. Hier kann ein Eingreifen von etwas übergeordnetem ertastet werden. Auf Zyklen fixiert, müsste für apokalyptische Veränderungen ein zusätzlicher, größerer Zyklus angenommen werden. Es können aber auch jene Einflüsse sein, von denen die Apokalypse spricht.

Werden die wenig ernstgenommenen Forschungen über kosmische Veränderungen in frühgeschichtlicher Zeit wie Kalender, archäologische Befunde, schriftliche Aufzeichnungen, Sagen, nach H.J. Andersen u.a. mitbedacht, zeigen sich die Himmelsmechanik und daher auch die Zeitalterrhythmen nicht mehr als konstant bleibend. Sie können offenbar durch umwälzende Einflüsse außer Kraft gesetzt bzw. verändert werden. Die Zeitzyklen hätten dann eine eher noch eingeschränktere Bedeutung als bei den ersten fünf „Gemeinden" - darin wurden im theosophischen Bereich usw. Kulturen Indiens, Persiens, Ägyptens & Chaldäas, Griechenlands & Roms usw., und die bisherige abendländische Kultur gesehen.

Ergänzung: Die "Aufschließung der Apokalypse" (aus dem "Schriftwerk des Erzengels Raphael" von Helene Möller - 1884-1969 -, Radona-Verlag, Am Buchstein 14/15, D-61250 Usingen) bezieht die "7 Gemeinden" auf Zeiten in der Entwicklung der Kirche - eher unabhängig von kosmischen Zyklen:
1.     33-   333 n.Chr.: Kämpfe um das richtige Befolgen der Weisungen Jesu... .
2.   333-   633 n.Chr.: Probleme und die Treue der frühen Kirche... .
3.   633-   933 n.Chr.: Erleuchtung durch die Schrift... .
4.   933- 1233 n.Chr.: Gefahren durch "Eitelkeit, Prunksucht, Habgier, Sinnlichkeit" in der Kirche.
(Anmerkung: in diese Zeitspanne fielen auch kriegerische und inquisitorische Verwicklungen der Kirche.)
5. 1233- 1533 n.Chr.: "Unreinheit und Eigensucht in der Kirche", gefolgt von massenhaftem "Abfall von der Kirche".
(Die katholische und evangelische Kirche werden im weiteren Verlauf des betr. Buches jedoch als "die beiden Zeugen" nach J.Off.11 , bzw. als zusammengehörige Partner anerkannt.)
6. 1533- 1833 n.Chr.: Veräußerlichtes Christentum.
(Anmerkung: In dieser Zeit entstand auch der Rationalismus und die ältere, mechanistische Naturwissenschaft.)
7. 1833- 2000 n.Chr.: Gleichgültigkeit Vieler betreffend Kirchen und Gott.
(Dann geht es im erwähnten Buch auf den großen Umbruch mit der baldigen Wiederkunft Christi zu, die im Rest der Johannes-Offenbarung geschildert sind. Dies wurde als ein von mehreren Seiten beleuchtetes kosmisches Geschehen gedeutet. Zwar überwiegt dabei jenes alte Szenario mit großen Kriegen der Gottfernen; aber dem wird bereits gegenübergestellt, dass "das Gebet der Völker zu Gott" das ändern kann; und insbesondere, dass die ernsthaft Gläubigen sich an Gott und seine Inspiration "anschließen", und so in seine Nähe angehoben werden können.
(Soweit Bücher Anderer erwähnt werden, heißt dies nicht automatisch, dass "Christuswege" mit allen ihren Inhalten übereinstimmt.)

Im Verhältnis zu den nachfolgenden Schritten der Offenbarung stellen die „Gemeinden" jedenfalls eine Ebene dar, die noch mit den Kräften des Bewusstseins des äußeren Lebens allein ergriffen werden könnte.

Extrafenster: Die "7 Gemeinden" und die Kirchen von heute.

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Die sieben Siegel.

Die in der Johannesoffenbarung an die Sieben Gemeinden anschließende Vision schildert zunächst die Anbetung Gottes durch die „24 Ältesten", die „sieben Geister vor dem Thron Gottes", und die „vier Gestalten" – womit unterschiedliche Urqualitäten ausgedrückt sind und die Schöpfung. Dann wird geschildert, wie nur das „Lamm" – mit Attributen des Christus – das Buch mit den sieben Siegeln öffnen konnte - Off. 4 - 8, 1. Diese Vision spielt im „Himmel" – in diesem Zusammenhang der göttliche Bereich. Die Inhalte der Siegel werden zunächst auf einer Ebene geschildert, deren Kräfte durch Symbole gekennzeichnet sind – die vier verschiedenfarbigen Pferde bzw. Reiter. Von Veränderungen auf dieser Ebene, vergleichbar mit einer bildhaften Traumebene, gehen hier nur indirekt Wirkungen auch auf das Erdgeschehen aus. 

Trotz dieses primär auf die Entwicklung dieser psychischen Ebene im Großen gerichteten Charakters dieser Abschnitte heißt es zu Beginn auch „ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll", d.h. nach den sieben Gemeinden. Dementsprechend versuchten R. Steiner und Arthur Schult, weitere sieben „Siegelkulturen" auf der Erde anzudeuten, die mit jener Reinigung der betreffenden Bewusstseinsebene zusammenhängen. Die aus Christusinspirationen in Mexiko enstandene "Buch des wahren Lebens" legt  in die 7 Siegel die gesamte Geschichte von den Zeiten "Kains und Abels" bis zur kommenden Zeit der Vollendung.  

Jedenfalls ermöglicht dieser Text keine klare Identifizierung mit der physischen Erde der Gegenwart. Würde im Stile mancher Freikirchen in dieser Richtung nachgedacht, dann könnten allenfalls schwache Anklänge der ersten vier Siegel an die beiden Weltkriege, das anschließende Gleichgewicht des Schreckens zwischen Ost und West, sowie Hunger und Seuchen vermutet werden; Religionsverfolgungen und Katastrophen kosmischen Ursprungs würden sich eventuell anschließen: Meteoriten, Beben, unter Umständen Polwende/Polsprung; siehe aber das Kapitel „Die letzten sieben Plagen".

Bereits z.B. jene Szene im Johannes-Evangelium 2 – Hochzeit in Kana und Vertreibung der Händler und Wechsler aus dem Tempel durch Jesus – s. unser Kapitel dazu - erinnern in ihrem gemeinschaftsstiftenden bzw. kämpferischen Charakter an diese Abschnitte.

Prophezeite Jesus im Kapitel 5 des Johannesevangeliums die Scheidung der Geister, die Gutes, und die Übles getan haben, so geht die Schilderung zwischen dem 6. und 7. Siegel in die seelische „Versiegelung der Auserwählten aus zwölf Stämmen" über, und den "Triumph der Auserwählten im Himmel".   

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Die sieben Posaunen.

Auch die Vision der Engel mit den sieben Posaunen spielt sich im „Himmel" ab - Off. 8, 2 - 11, 19.  Die aufsteigenden „Gebete der Heiligen" und auch das auf die Erde herab geschickte „Feuer vom Altar", wie auch die Posaunen selbst als im Kopfbereich benutzte Instrumente spiegeln eine mehr geistige Ebene, wie es auch bei Träumen mit ähnlichen Symbolen wäre. Hier ist diese der Ausgangspunkt der Veränderungen, die z.T. bis ins Irdische reichen mögen, wo allerlei Schatten aufgewirbelt werden.

Trotz dieses primär geistigen, nichtphysischen Charakters ist auch hier versucht worden, sie zeitlich nach den Siegeln z.B. als irdische „Posaunenkulturen" einzuordnen. Auch in der Zeitgeschichte Anklänge zu finden, ist schwierig: Es wäre nicht ausgeschlossen, Waldsterben und Gifte im Zusammenhang mit der Qualität der 1./2. Posaune zu sehen. Bei der 3. Posaune ist verschiedentlich aufgefallen, dass jene Fackel, die auf 1/3 der Wasserströme fiel, Wermut = Tschernobyl heißt. Die 4. Posaune könnte eine Gestirnskonstellation hervorheben, wie sie z.B. Mitte August 1987 in einem kosmischen Dreieck aller Planeten vorlag. Teile der New-Age-Kreise meditierten damals ohne Berufung auf die Apokalypse, aber mit Hinweis auf die apokalyptische Zahl der 144000 Menschen – indianisch „Regenbogenkrieger" – über den angeblichen Beginn bzw. eine Station auf dem Wege in ein Neues Zeitalter. Die fünfte Posaune – Rauch aus dem Brunnen des Abgrunds, eiserne Heuschrecken, fünf Monate Qual...– könnte den Eindruck hinterlassen, der Golfkrieg (1991) sei zumindest ein äußerliches Abbild der Kraft dieser Posaune und deren Fortsetzung in der sechsten Posaune. Die siebte Posaune führt in den „Tempel Gottes", wiederum begleitet mit Blitzen und Stimmen und Donner usw., was auch innere, mystische Bedeutung haben kann.

Betreffend die siebte Posaune gibt es auch Stimmen, nach denen in diesem Stadium „die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus" bereits da sind; zumindest auf geistiger Ebene, hat sich bereits Einiges entschieden, was auf der Erde noch nicht voll durchgearbeitet ist. Die geistige Kraft der „Posaunen" ist vergleichbar mit derjenigen der „Verklärung" (Matth. 17, und unser entspr. Kapitel) und der Lehren in ihrem Umfeld, auch der Bergpredigt (Matth. 5-7) usw.   

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Die „sieben Donner" und die zwei Propheten.

Nach der sechsten Posaune „redeten sieben Donner", deren Inhalt Johannes „versiegeln" und nicht niederschreiben soll. Dann wird der „Tempel im Himmel gemessen". Zwei Propheten werden getötet und auferweckt. Off. 10 - Off. 11, 14

Hier ist eine Verwandtschaft mit der Auferweckung des Lazarus im Evangelium feststellbar - s. unser Kapitel dazu und Joh. 11.   

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Die Frau und der Drache.

In allen Phasen des Geschehens sind die spirituell tragenden Kräfte und die verschiedenen widerstrebenden Kräfte beteiligt. Im Text ist einmal die eine Seite breiter ausgeführt, ein andermal die andere. Das Zeichen im Himmel, die „Frau mit der Sonne bekleidet, und den Mond unter den Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen" - Offenbarung 12 - zeigt unverkennbar „Sophia", die Himmels- bzw. Weltenmutter, weniger den Aspekt einer Erdmutter; - siehe im Kapitel „Das erste Pfingstereignis" in dieser Arbeit. Deren z.T. angenommene Beziehung zu Maria wurde bereits erwähnt. Maria wohnte im Alter auch symbolträchtig in einer Höhle, in der früher die Muttergöttin Kybele verehrt wurde, wie um hier Neues zu bringen. Ihr „Kind" in der Offenbarung – ein Kind eines Himmelswesens ist zunächst auch als Himmelswesen zu sehen –, das später Menschen mit „eisernem Szepter", d.h. u.a. mit ständiger Ermahnung an ihren aufrichtigen, individuellen Kern führen soll, wird sich auf eine bestimmte Wirkensart des kosmischen Christus beziehen; es kann auch mit "eisernem Stab" übersetzt werden, und ist so nicht nur ein Königssymbol, sondern auch ein Symbol eines "(Ein)weihenden", und kann auch mit den "himmlischen Heerscharen" zu tun haben. Mehr im Kapitel „Die letzten 7 Plagen (Zornesschalen)".

Hier wird z.T eine Beziehung zum Charakter der Fußwaschung und der vorherigen Salbung durch Maria in Bethanien erkennbar - s. unser Kapitel "Christus und die Fußwaschung" und Ev.Joh.12,13. Auch die Wiederaufnahme des Motivs der Neugeburt auf immer höheren Ebenen der Entwicklung ist darin enthalten.

Der „Drache" mit seinen negativen Engeln ist die Kehrseite. Durch „Michael und seine Engel" werden sie im Kosmos besiegt und auf die Erde geworfen. Himmel und Erde schützen jetzt ihnen gegenüber die Frau.    

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Das siebenköpfige Tier aus dem Meer.

Auch die beiden anderen negativen Kräfte treten in dieser Vision auf; zunächst die mehr auf Wünsche und Leichtfertigkeit gerichtete - Off. 13, 1-10; vgl. unser Kapitel "Die Versuchungen" und Joh. 13, 1-10 und Matth. 4, 5-11. Die sieben Köpfe werden später in der Offenbarung selbst gedeutet als „sieben Berge, auf denen die Hure Babylon sitzt" und die Berge wiederum als „sieben Könige". Die zehn Hörner werden in der Offenbarung selbst als „zehn Könige", die einer Meinung sind und ihre Macht diesem Tier geben, gedeutet.

U.a. wegen der „sieben Berge", die u.a. an die Siebenhügelstadt Rom erinnern könnten, gibt es christliche Freikirchen, die in der „Hure Babylon" das Papsttum erblicken. Das scheint jedoch etwas weit hergeholt, und trotz der historischen Problematik der katholischen Kirche durch die übrige Symbolik nicht gedeckt. In Off. 18:11-23 wird eindeutig ein Zusammenhang mit dem globalen Welthandel hervorgehoben. (S. Kapitel "Die letzten sieben Plagen und das Ende Babylons...".) Das "Bild" des Tieres lt. dem folgenden Kap. Off.14 könnte etwas mit falschen Bildern (Vorstellungen) von Jesus zu tun haben. Es könnte auch mit sucht- oder kultartigen Abhängigkeiten von Multimediageräten zusammenhängen.

Die zugrunde liegenden verführerischen Kräfte dieses „Tieres" können besonders durch die Kraft verwandelt werden, die in unserem Kapitel "Die Geißelung" beschrieben wurde - Joh. 19,1.   

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Das zweihörnige Tier aus der Erde.

Hier haben wir jene negative Kraft, die auf materialistische Sachzwänge gerichtet ist - Off. 13, 11-18; vgl. unser Kapitel "Die Versuchungen" und Matth. 4, 1-4.

Der Zusammenhang der Kennzeichnung der Menschen an Stirn und Hand, sowie der Zahl 666 in diesen Kapiteln, als Voraussetzung für das Kaufen- und Verkaufen- Können, findet sich bereits besonders deutlich widergespiegelt auch im Weltgeschehen. Die Entwicklung der Computervernetzungsmöglichkeiten; die Strichcodes mit drei Doppelstrichen als Begrenzung = 666 in diesem Code; die in Kanada bereits entwickelten bzw. die in Malaysia in einem Großversuch getesteten Geräte zur Personenkennzeichnung an Stirn oder Hand; die Bezeichnung „La bête" = das Biest, das Tier für die alte EG-Verrechnungszentrale in Brüssel; ein internationaler Bank-Code 666; usw., zeigen eine Tendenz; - wie unbewusst oder auch bewusst und eventuell witzig gedacht z.B. bestimmte Bezeichnungen auch zustande gekommen sein mögen. Das biblische „Tier aus der Erde" erinnert auch an den „Götzen Mammon".

Eine weitere, noch nicht ganz ausgestandene Tendenz ist auch, die immer dramatischer werdenden Umweltprobleme zuerst mit unwirksamer technischer Umweltkosmetik, und danach statt durch die eigentlich allein wirksame demokratische Kurskorrektur durch eine täuschende, technokratische Ökodiktatur anzugehen - statt wirksame demokratische, bzw. bewusst von der Bevölkerung mitgetragene massive Veränderungsimpulse zum Zuge kommen zu lassen. Manipulationsmechanismen können durch klare Erkenntnis ihres Charakters ihrer Auflösung näher gebracht werden. Dieser Prozess hat einen Zusammenhang mit der Kraft, die bezüglich der Dornenkrönung erwähnt wurde - unser Kapitel und Joh. 2 - 3.

Auch betreffend den Drachen und die beiden Tiere sind eventuell Anklänge in Erscheinungen der Gegenwart noch nicht der ganze Gehalt. Das Ganze spielt, wie erwähnt, nicht nur auf der physischen Erde. In der nachfolgenden erneuten Vision der 144000 (J.O.14) treten erneut nacheinander mehrere Wesen bzw. Engel auf, die zwei verschiedene Menschengruppen auf der Erde „ernten". Die mit dem Tier Verbündeten werden in die „Kelter des Zorns Gottes" geworfen, d.h. Auswirkungen der Naturgesetze überlassen. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass die Offenbarung in Wirklichkeit keine "ewige Verdammnis" kennt, sondern dass letztendlich alles zu Gott finden kann; und in höherem Sinne alles von ihm umhüllt ist. Vgl. J.O. 22 und das diesbezügliche Kapitel über die "Neue Erde" in dieser Seite.  

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Die „letzten sieben Plagen", das Ende "Babylons" und die Wiederkunft Christi".

Diejenigen, die gegenüber dem Tier und seinem Bild standfest blieben, tauchen in der nächsten Vision auf, in einer Ebene, die als „gläsernes Meer, mit Feuer gemengt" umschrieben wird. Aus dem „Tempel im Himmel" kommen erneut sieben Engel, mit den „letzten sieben Plagen", die sie aus „Zornesschalen" auf die Erde, auf das „Meer", in die „Wasserströme", in die Sonne, auf den „Stuhl des Tieres", auf den „Euphrat" und in die „Luft" werfen (Off. 15,5 - Off. 21).

Einerseits sehen wir hier eine noch höhere Bewusstseinsebene am Werk; andererseits kann diese ein noch tieferes und existenzielleres Aufwühlen auch aller Elemente der Erde und des sichtbaren Teils des umgebenden Kosmos bewirken: Geschwüre, Gifte, Leiden, Feuer, Dunkelheit, negative „Geister" und eine weltweite Katastrophe mit Kontinentalverschiebungen, Senkungen oder Überflutungen, Meteoriten, einschließlich einer Dreiteilung bzw. Zerstörung der materialistischen Zivilisation „Babylons" - Off. 17 - 18,24. Eine Möglichkeit bzw. „Zeitfenster" für ein Geschehen in dieser Richtung zeigte sich bereits beim sechsten Siegel.

Es ist auch hier möglich, hierfür letztendlich größere Zeiträume zugrunde zu legen. Jedoch deuten die Abschiedsreden Jesu (z.B. Markus 13) und viele Prophezeiungen, die im Anschluss an die Johannesapokalypse entstanden sind, einhellig auf einen zentralen Umbruch, etwa in den Jahren um oder nach 2000, der alle Weichen neu stellt. (Siehe oben: Zum Umgang mit Prophezeiungen). Wissenschaftliche, in ihrer Bedeutung noch nicht voll erkannte Befunde weisen in die gleiche Richtung. Die massive Abnahme des erdmagnetischen Feldes und eine inzwischen hinzugekommene ungewöhnliche Häufung von Erdbeben und vulkanischen Aktivitäten, das „Hellerwerden" der Sonne unabhängig von klassischen Zyklen der Sonnenaktivität, sowie der Verlauf des Maximums der Sonnenaktivitäten seit 2000 zeigen wachen Menschen, dass hier etwas Ungewöhnliches im Anzuge ist.

Falls sich die Magnetpole plötzlich stark verlagern oder gar das Magnetfeld praktisch in sich zusammenfiele, und sich dann in umgekehrter Richtung wieder aufbauen würde, wie es in der Erdgeschichte mehrfach vorkam, würde dies zu einer geologischen Umwälzung führen. Diese würde nicht nur eine neue Situation für die Menschheit, sondern auch ein neues erdgeschichtliches Zeitalter einleiten. Würde der magnetische „Van-Allen-Gürtel" im Umkreis der Erde z.B. seine wahrscheinliche Schutzfunktion gegenüber Partikeln und „kosmischem Staub" zeitweise verlieren, könnten auch die prophetisch angekündigten Meteoritenfälle leicht Wirklichkeit werden.

Eigene u.a. Erkenntnisse deuten zwar darauf hin, dass die von manchen Autoren gefürchtete umfassende Zerstörung nicht oder nicht mehr sein muss, weder in Form eines dritten atomaren Weltkriegs noch durch ein komplettes ökologisches Desaster, noch im Sinne der Theorie des Polsprungs der Rotationsachse oder deren Wende vor dem kosmischen Hintergrund. Vieles hat sich an den Grundlagen solcher Visionen geändert.

Da einerseits apokalyptische Prozesse in göttlicher Zielrichtung erahnt werden können, andererseits aber Manipulationen vieler Naturprozesse durch egoistisch gebliebene Teile der Menschheit und deren „Eliten" real im Gang sind, - neben einigen positiven menschlichen Einflüssen -, könnten beschränkte Erdveränderungen mit bis ins Astronomische reichenden „Neujustierungen" unumgänglich sein; neben den Veränderungen in der Menschheit und in deren Bewusstsein. 

Häufig vorhergesagt wurden „antichristliche" diktatorische Bestrebungen , die ihre Macht behalten wollen, wie auch die Verkürzung bzw. das Ende dieser alten Zeit durch jene Umwälzung mit bis zu drei Tagen Dunkelheit. Eine solche Möglichkeit kann zumindest nicht einfach als Unsinn abgetan werden. 

In diesem Zusammenhang wird aufgrund der 1961-1965 geschehenen Marienvision von Garabandal eine „Grosse Warnung" prophezeit, die weltweit allen Menschen schonungslos im Innern zeigt, was sie an sich überwinden (lassen) müssen - vgl. Joh. 16:8; Off. 14:6-20 -, wenn sie den Durchgang zum Licht schaffen wollen  (vgl. Joh. 16:13). Dies sei verbunden mit einer sichtbaren Erscheinung am Himmel. Innerhalb eines Jahres danach  soll ein "Grosses (Heilungs- ) Wunder" geschehen, und ein Zeichen in Garabandal zurückbleiben. Nur soweit die Menschheit daraufhin nicht umkehrt, soll später das vielfach angekündigte große "Strafgericht" (der "Zornesschalen" = der "letzten 7 Plagen") durch "Feuer vom Himmel" stattfinden (siehe außerdem Mt. 24:28).  (Franz Speckbacher, "Garabandal" S.120... Die in der Literatur über Marienoffenbarungen meist zu findenden Kommentare aus streng katholischer Sicht sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die prophetischen Ankündigungen für die ganze Menschheit gedacht sind.) Danach wäre über alles neu nachzudenken.
Eine mögliche Vorbereitung könnte es sein, - neben der Bereinigung des eigenen Lebens - jetzt schon um eine stärkere Einwirkung des Heiligen Geistes zu beten.

In neueren „Durchgaben" spiritueller Kreise - s. das Kapitel "Zum Umgang mit Prophezeiungen" - wird von einer "Nullzone" gesprochen, nach der diejenigen, die die Reife dazu haben, auf der Erde in ein kosmisch-spirituelles Kraftfeld eintauchen – oft nicht ganz exakt „Photonenring" genannt – und ein Leben mit den Fähigkeiten der „Lichtkörper" höherer Dimensionen im Physischen führen können (siehe die Kapitel "Die Auferstehung" und „Das Friedensreich").

Aus unterschiedlichen Kreisen wurden auch Hilfsaktionen wie zeitweise „Entrückungen" durch Christus, oder durch die Engel vorbereiteter Menschen, oder vorläufige Evakuierungen und weitere Hilfen durch positive Außerirdische angekündigt. Von wo jemand Hilfe erhofft, muss jede/r aufgrund Religion, Weltanschauung usw. selbst wissen. Da es auch im Kosmos Licht und Schatten gibt, ist es gut, angesichts der wahrscheinlichen Kompliziertheit des Geschehens bei allem um die Führung Christi zu bitten, und die eigene Differenzierungsfähigkeit anzuwenden, – denn diese ist ein spezifisch irdischer Weg in Richtung der Einheit, im Zusammenhang mit dem, was an neuen Kräften von oben hinzukommt.

In diesem Durchgang geht es im Kern um die letzten Chancen der Entscheidung auch aller einzelnen Menschen in ihrer Seele, ob sie an der Entwicklung hin zum "Friedensreich", wie sie Gott für die Erde vorsieht, weiter teilnehmen wollen.  Am Schluss dieses Geschehens findet letztendlich die Wiederkunft Christi statt (J.O.19, vgl. J.O. 12, Matth. 24:30; Apg. 1:6-8): Christus kommt nicht einfach wieder als Erdenmensch, sondern als Kern eines umfassenderen Geschehens des Näherkommens von Gottes "Himmel" (und "Jenseits") und Erde; sowie von Geist (und Seele) und Körper. Dennoch ist sehr wohl auch eine Wiederkunft von Christus als reales Wesen beschrieben, also nicht allein die durch ihn bewirkte Veränderung in der Menschheit, wie einige moderne Gruppierungen vermuten. Dieses Geschehen hat direkt oder indirekt für alle Menschen eine Bedeutung, nicht nur für Christen. Eine Wiederkunft Jesu als Zeuge über die Seinen beim göttlichen Gericht wird auch im Koran anerkannt. Weiter kann es auf Grund von Prophezeiungen aus anderen Religionen sein, dass deren Propheten in der einen oder anderen Form auch erneut eine Rolle spielen werden, und ihren Anhängern auf die Sprünge helfen.

Auch für diesen Schritt der Offenbarung (mit den "7 Plagen") passt kein Bestrafungsdenken. Er erscheint eher als Teil eines in sich logischen Konzepts, das auf eine weitere Evolutionsstufe des Lebens auf der Erde ausgerichtet ist. Sie, wo auch immer, als gemeinsamen Durchgang zu Höheren zu erleben, wobei alle letztendlich zur für ihre Entwicklung richtigen Stelle bzw. Ebene finden werden, ist die Herausforderung. Wer in sich die jeweils nötigen erneuernden Kräfte in gutem Willen in sich aufnimmt, und umsetzt, kann eher das Positive darin erleben, jedoch auch das Leiden der Welt mitempfindend. Wer hingegen das Neue nicht in sich einlassen will, erlebt es wie etwas von außen Aufprallendes. Das ist der eigentliche Charakter des „Gerichts" bzw. des "Jüngsten Tages" im Sinne der Apokalypse. Der Mensch hat eine große Entscheidungsfreiheit; aber, wie auch sonst im Leben, zu einem bestimmten Zeitpunkt muss er sich diesbezüglich entschieden haben, andernfalls ist keine Entscheidung unter Umständen auch eine – die „Lauen" (s. in "Die 7 Kirchen" mit Extraseite) sind im Kontext der Offenbarung nicht besonders gut angesehen. Die Scheidung der Geister gehört auch auf dem Weg zur letztendlichen Einheit zum Kern des Geschehens der Apokalypse.

Die „sieben Plagen" – die siebte endet mit einer Stimme vom Himmel „Es ist geschehen" – entsprechen der Kreuzigung und dem dabei geäußerten „Es ist vollbracht", s. u.a. Joh. 19, und unser Kapitel dazu.

Mystisch/ durch Einfühlung kann heute bereits erlebt werden, wie die Erde leidet und um Hilfe schreit, ja, wie sie sich auf jene „schwere Geburt" vorbereitet. Die Kreuzigung bzw. das „Grab" als Durchgang zur Auferstehung betrifft hier die ganze Erde, und reicht in den Auswirkungen über diese hinaus. Auch hier ist zu erahnen, wie bei den Schritten der Evangelien erwähnt, dass der Durchgang von der Kreuzigung über einen Zustand jenseits von Leben und Tod zur Auferstehung heute als Einheit wirkt; sodass auch von daher gesehen die Schritte der "letzten Plagen" ohne eine "weltuntergangs"artige Katastrophe ablaufen können.

Da die Offenbarung nicht auf einen mechanisch ablaufenden Film, sondern auf eine vielschichtige Entwicklung aufmerksam macht (s. das einführende Kapitel "Die Offenbarung des Johannes"), kann es sein, dass das tatsächliche äußere Geschehen weiter fortgeschritten ist, als es Manchen scheinen mag, die vielleicht auf die eine oder andere Einzelheit starren, die sich (noch) nicht ereignet hätte. Auf anderen Gebieten ist schon Einiges an Plagen vorhanden, die in dieser weitgehenden Form in der Offenbarung noch gar nicht angelegt waren.

Eine Ergänzung: Auch die neuen Bücher von Wladimir Megre über die sibirische weise Frau Anastasia (Wega-Verlag, Neufelderstr.1, D-67468 Frankeneck) enthalten das innere Wissen, dass die alten Programme der Weltkatastrophe veränderbar sind; und Alles mithilfe von Menschen und im Einklang mit Gott zu optimieren ist das Ziel. Aber auch das heißt nicht, dass alles so weitergehen könnte wie bisher. (Christuswege ist unabhängig von solchen Bestrebungen Anderer, und stimmt nicht automatisch mit allen Inhalten ihrer Bücher oder Webseiten überein.)   

Frage:
Möchte ich, dass Jesus Christus wie prophezeit wieder deutlich in Erscheinung tritt, menschliches Leben und die Welt verwandelnd?

*Zu einem Extrafenster "Zukunftsszenarien".

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Das (wirkliche) „1000 – jährige Friedensreich".

Auf den Durchgang durch die Zeit der „sieben Plagen" folgt die kosmische Vision des aus dem Himmel wiederkommenden Christus – „genannt Treu und Wahrhaftig"– mit seinem „Heer" aus Weißgekleideten. Damit sind nicht etwa die heutigen menschlichen Pseudo- Christusse gemeint. Der „falsche Prophet" (mit falschen/ einseitigen Vorstellungen über Jesus, oder darüber, was christlich sei...) wird gestürzt. Das nun einsetzende „1000-jährige Reich" - Off. 20, 1-6 ist gerade kein Imperium. Genau die gesellschaftliche „Große Maschine", die äußeren negativen Kräfte und ihre Manifestationen, werden verbannt.

Hier finden wir auch das geistige Gericht. Hier muss auch eine verbreitete irreführende Übersetzung korrigiert werden:
Off. 20:4: "Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre."
In Wirklichkeit heißt es hier
wörtlich "lebten" statt "wurden lebendig" (vgl. z.B. die Fußnoten der Elberfelder Bibel). Dies kann zwar - im Falle der "Seelen ..." - ein Wieder-ins-Leben-treten bedeuten, aber bei Solchen, "die das Tier ... nicht angenommen hatten" auch ein Weiterleben auf der Erde. D.h. von den Letzteren müssen keineswegs erst alle umkommen.

Dieses Stadium ist verwandt mit der Auferstehung Christi (Joh. 20-21; und unser diesbezügliches Kapitel). Auch im Bibeltext selbst wird es die „erste Auferstehung" genannt.

Die negativen Kräfte sind jedoch nicht restlos aufgelöst; auch Unvollkommenheiten der einzelnen Menschen müssen weiterhin bearbeitet werden, was jedoch jetzt leichter möglich ist.

Nach „1000 Jahren" treten die Reste der negativen Kräfte geballt zutage , um dann gar aufgelöst zu werden (Off. 20, 7-10). Siehe auch nächstes Kapitel.   

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Der „Neue Himmel, die Neue Erde und das "Neue Jerusalem".

Nach dem  „1000-jährigen Reich" kommt das letzte "Weltgericht" auch über die Toten: "Bücher wurden aufgetan" - überirdische Aufzeichnungen über alles, was im Leben geschah, - und "ein anderes Buch ... das Buch des Lebens", das eigentlich Maßgebliche, die Auswertung des Lebens bzw. Entwicklungsstandes sind die Grundlage.
Erst nach dem verzehrenden Feuer auf das erneut verführte Heer, und dem Werfen des „Teufels in den feurigen Pfuhl" - nach Off. 19, 19 - Off. 20, 3 jetzt in Off. 20:11-15 - naht der Neue Himmel und die Neue Erde - Off. 21-22 . Welche Zeiträume hierfür gedacht sind, bleibt offen.

Das Motto Christi ist „Siehe, ich mache alles neu" – ohne Ausnahme - Off. 21, 5 - Auch diese „Neuschöpfung" hat jedoch Ähnlichkeiten mit dem, was vorher bereits in den Einzelnen und im Großen im Sinne unvergänglicher Werte entfaltet wurde. Daher bleibt die heutige Tat auch für diejenigen wichtig, die heute nahe apokalyptische Geschehnisse erwarten. 

Im Neuen Himmel – im Text genannt vor der Erde und dem Neuen Jerusalem - ist etwas wie eine kosmische Himmelfahrt angedeutet. (Vgl. die Himmelfahrt der Evangelien, Luk. 24, Mark. 16, und unser Kapitel dazu). Lag bisher der Schwerpunkt der Beschreibung auf der Erde, tritt nun die Bedeutung des Geschehens für den sichtbaren und unsichtbaren „Himmel" in den Vordergrund. Hier ist nicht der ewige Himmel Gottes jenseits von Raum und Zeit gemeint – dieser bleibt unveränderlich – sondern geschaffene Welten. Es könnte sich herausstellen, dass der kleine Planet Erde auch im kosmischen Maßstab nicht nur „Entwicklungsland" ist, sondern in einer Lösung seiner Problematik eine weiterreichende höchst spezifische Aufgabe hätte. Die Problematik aufgrund großer menschlicher Freiheit und großer Verwicklungen im Materiellen wäre im Sinne Lorbers und anderer Aussagen so keineswegs in allen eventuell „bewohnten" Welten zu finden; auch nicht die negativen Kräfte, die nach den Visionen des Johannes „auf die Erde geworfen" waren, und nun in den „feurigen Pfuhl". Ebenso wie Jesus eine Auswirkung auf die Menschheit hatte, ebenso hätte ein entsprechender Durchgang der ganzen Menschheit bzw. Erde mit Christus sicherlich eine erneute, erweiterte Auswirkung.

Die dann erneuerte „Neue Erde" und das damit verbundene Geschehen des Herabkommens des „Neuen Himmlischen Jerusalems" auf diese Erde ist vergleichbar dem Pfingstgeschehnis (Apostelgeschichte), auch dieses hier jedoch im kosmischen Maßstab. Dies ist nicht das geographische Jerusalem. Die Erde steht in einem Austausch mit dem umgebenden Kosmos auf verschiedenen Ebenen.

„Und wird kein Verbanntes mehr sein - andere Übersetzungen: nichts Verfluchtes/ keine Finsternis usw. - , ...und der Stuhl Gottes und des Lammes wird darinnen sein" (J.O. 22:3). In der Konsequenz heißt das, hier sind auch die negativen bzw. todbringenden Kräfte erlöst, die Gespaltenheit der Welt ist aufgehoben. Die Welt erscheint überhaupt erst hier als bewusstes Ganzes, ein in Gottesnähe in Visionen zwar erahnbarer, aber unbeschreiblicher Zustand. Ein schwaches Abbild von diesem Zustand wäre es, wenn von irgendeinem Punkt im Innenleben aus alle anderen Punkte belebt werden könnten, eine Erfahrung, die auf dem Weg auftreten kann; „Alles in Allem". In Gott ist die höhere Einheit von Allem bereits vorhanden.

Das göttliche Muster der Schöpfung – das A – und die neue Schöpfung mit den bewusst wieder mit allem in Gott verbundenen Wesen – das O – werden deckungsgleich, und doch bleiben das A und das O bestehen. Das „Ende" ist also mehr als der Anfang, obwohl der Anfang alles schon enthält. Als eine durch alles durchgehende Tendenz des Deckungsgleichwerdens in kleinen Teilbereichen z.B. des Menschen ist selbst diese Richtung des Geschehens bereits erkennbar. 

(S.a. Tafel: "Urbilder" - von der biblisch beleuchteten Urgeschichte über die Zeit Jesu bis in die Zukunft.)

Es sei hier noch darauf hingewiesen, dass sich z.B. in der Schau R. Steiners das Geschehen der „Neuen Erde" auf eine von drei in riesigen Zeiträumen aufeinander folgende „Erdinkarnationen" bezieht. Ohne hier dazu Stellung nehmen zu wollen, sei jedenfalls zum Charakter der „Neuen Erde" erwähnt, dass dies, wie geschildert, noch aus einem anderen Prozess hervorgeht, als – vergleichsweise – einem Verkörperungsrhythmus, wie er z.B. in der Hindu-Kosmologie auch für Planeten usw. und den ganzen Kosmos berechnet wurde. Wird der in der Bibel angedeutete Charakter der „Neuen Erde" einmal ernst genommen, geht er über bisher bekannte oder vermutete Arten des Werdens und Vergehens hinaus, in immer höhere „Oktaven" bzw. "Spiralen" hinein.

Selbst gegenüber den heute möglichen Erfahrungen verblasst jene Meinung einiger Theologen völlig, die die Apokalypse nur als mahnende Gleichnisse ohne Realitätscharakter nehmen.

Die Gleichnisse Jesu in den Evangelien waren dem Leben der Menschen entnommen, um Gesichtspunkte zu veranschaulichen. Später, noch während seines Erdenlebens betonte Jesus gegenüber den Jüngern, dass er nun nicht mehr in Gleichnissen, sondern offen zu ihnen redet. Die Offenbarung stammt nicht aus dem menschlichen Leben; überall, wo im Text selbst Deutungen gegeben sind, handelt es sich um direkte „Entsprechungen"; d.h. auf der betreffenden Bewusstseinsebene ist das Gesehene etwas dort „real Vorhandenes" wie in heutiger Geistesforschung, z.B. von R. Steiner. Die Apokalypse ermahnt allerdings auch; z.B. dazu, von einer Theo-logie zu einer „Theo-Praxis" überzugehen; zu schauen, was in der Luft liegt, und „Gott in der jeweiligen Gegenwart mit in Erscheinung kommen zu lassen". Gott handelt auch durch Menschen - was aber nichts mit willkürlichen menschlichen Handlungen zu tun hat: der Mensch soll nicht Gott oder Apokalypse spielen. Die menschliche Entwicklung kann immer mehr einher gehen mit Gottes Plan im Großen.

Zum Schlusskapitel beider Teile: "Das Christliche", mit Tafel "Eine christliche Haltung, 'In der Welt aber nicht von der Welt' ein dritter Weg ...

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