Christuswege

Ergänzungen zum Haupttext Teil 1


Die feineren Wesensschichten des Menschen

1. Zum physischen Körper.

Schon an den Funktions- und Regulations-Systemen des physisch- materiellen Organismus, und dessen Reaktionen, unter anderem auf homöopathische und energetische sowie geistige Heilweisen ist erkennbar, dass er darauf eingestellt ist, auch mit anderen als chemisch-physikalischen Kräften zusammenzuwirken. Diese sind unten angesprochen. Die Kräfte des Glaubens können diese Reinigung befördern. 

2. Die Lebenskräfte - zum Gemälde von Johann Georg Gichtel: "Theosophica Practica", 17. Jahrhundert.

Dieses alte europäische Gemälde zeigt die Zentren der Lebensenergie, wie sie heute erforscht werden können, und für die moderne spirituelle Bestrebungen meist die indische Bezeichnung "Chakra(s)" - gesprochen Tschakra (Rad) - verwenden. Sehr sensitive - d.h. für die feineren Kräfte der Natur mehr oder weniger wahrnehmungsfähige - Personen können diese wirbelnden Strukturen sehen, wo sich Leben und Bewusstsein berühren.

Da sie bei allen Menschen vorkommen, sind sie nicht an eine bestimmte Religion gebunden, sondern sind  in unterschiedlicher Weise in den verschiedensten Kulturen überliefert, und spielen auch in deren Heilmethoden eine Rolle. Die früher auch oft fälschlich als zu einer anderen Religion gehörig betrachteten Akupunkturpunkte und - Meridiane waren auch nicht nur im Taoismus und im heutigen China anerkannt, sondern unter anderen Bezeichnungen ("Nadis") in Indien, und selbst der Steinzeitmensch "Ötzi" scheint sie gekannt und in seiner Bemalung zu verstärken versucht zu haben. Sie sind inzwischen messtechnisch durch die Forschung der Elektroakupunktur, und auch histologisch, d.h. im Gewebe nachgewiesen. Sie können als bioelektrische "Hohlleiter" und als Bestandteil der gleichen Energiesysteme wie die "Chakren" gesehen werden: die Punkte als einfache Koordinationspunkte , die Chakren als kompliziertere Koordinationspunkte. So wäre es nicht dem heute möglichen, auch wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechend, zu sagen, all diese Strukturen seien bloß ein "hinduistisches - oder taoistisches - Konzept". Es sind vielmehr zunächst einmal reale übergeordnete Steuerungssysteme des menschlichen Organismus. Der altgriechische und frühchristliche Begriff "Pneuma" mit seinen verschiedenen Bedeutungen "Atem"/ "Lebenshauch"/ "Geist" zeigt Beziehungen zu jenem Wissen über die Lebenskräfte, das in den verschiedensten Kulturen rund um die Welt herum gefunden werden kann. (chinesisch "Chi / Qi", indisch "Prana", in manchen europäischen  Traditionen "Od", oder anthroposophisch "Bildekräfte", oder "Wärme-, Licht-, chemischer-, und Lebens-Äther" usw.).

Die Lebenskräfte sind jedoch nicht automatisch identisch mit dem Heiligen Geist. Trotzdem kann der Heilige Geist, der u.a. durch das Gebet dazukommt, - wie er die seelisch-geistigen Bereiche erhellen kann -, die Lebenskräfte durchdringen und reinigen, und helfen, den physischen Körper zu heilen. 
(Vgl. Joh. 3:8, weiter in unserem Haupttext die Kapitel über die Taufe; und die Fußwaschung).

Es gibt mehr als 7 solche Zentren bzw."Chakren" entlang der Wirbelsäule, (jeweils verbunden mit Nervenknoten, Drüsen bzw. Organen). Deshalb gibt es leicht unterschiedliche Einteilungen, die jeweils 7 Zentren besonders herausstellen. Das Gemälde zeigt die Version mit dem Milz-Zentrum (das 6. von oben), ähnlich derjenigen, die in modernen theosophischen Darstellungen bevorzugt wird. Die oberen Zentren, verbunden mit der Zirbeldrüse (oben am Kopf; indisch: Sahashrara), der Hirnanhangdrüse (an der Stirn, indisch: Ajna), und der Schilddrüse (unten am Hals; indisch: Vishuddha) sind in den meisten derartigen Lehren identisch. In indischen Yogalehren wird an Stelle des Herzzentrums (indisch: Anahata) oft ein damit verbundenes, in der Brustmitte liegendes Zentrum dargestellt, das mit der Thymusdrüse verbunden ist. Darunter kommt das mit dem Sonnengeflecht verbundene emotionale Zentrum (oberhalb des Nabels; indisch: Manipura). Statt des Milzzentrums - als einer Zentrale der Lebenskräfte - wird in verschiedenen Yogaarten das Geschlechtszentrum erwähnt (indisch Swadhishthana), das damit verbunden ist. Das Gemälde zeigt offenbar beide Zentren, dafür zeigt es aber das unterste Zentrum nicht direkt, welches im Bereich des Steißbeins bzw. des Damms liegt, und welches die physischen Überlebenskräfte steuert (Indisch: Muladhara, Zentrum der normalerweise relativ ruhenden sog. "Kundalini-Energie" der Wirbelsäule).

Die Lebenskräfte-"Aura", die auch über den physischen Körper hinausreicht, kann von sensitiven Personen wahrgenommen werden. Bei bestimmten Lichtverhältnissen (Licht von hinten) können Viele langsam zumindest einen schmalen Saum um die Finger erkennen. Dass das kein optisches Gegenbild ist, ist daran zu sehen, dass dieser Saum in Bewegung ist und Strahlen aussendet - ähnlich wie die Sonnenkorona. Mindestens ein Teil dieser Ausstrahlung kann z.B. durch die "Kirlian-Fotografie" sichtbar gemacht, und zu Diagnosezwecken genutzt werden.

Der physische Körper, und der "Lebensenergiekörper" müssen zwar allem Anschein am Tag und in der Nacht nach eng zusammenwirken, wenn der Mensch gesund und voller Widerstandskräfte sein soll. Es besteht aber heute vielfach kein starker Einklang (mehr) zwischen diesen beiden zusammengehörigen Schichten des Menschen. Sich für Gott stärker zu öffnen, führt allerdings auf lange Sicht zu einer stärkeren Durchlässigkeit der physischen für die Lebenskräfte. Hier können wir auch etwas vom Geheimnis dessen erahnen, was uns im Abendmahl gleichnishaft als Brot und Wein durch Jesus gegeben worden ist, letztendlich zur Verwandlung des Menschen durch Gott in der Richtung, in die Jesus selbst in der Auferstehung voranging. Der Mensch hat zumindest die Anlage dazu mitbekommen, wiederhergestellt zu werden. Rudolf Steiner erwähnte einen sog. "Phantomkörper", womit nicht der Lebenskräfteleib, sondern gerade eine solche keimhafte Anlage eines physisch-materiellen Körpers gemeint gewesen sein muss, der stärker in Einklang kommen kann mit den Lebenskräften. 

Dies ist kein isoliertes Geschehen zwischen dem physischen und dem Lebenskräftebereich. Es sind in ganzheitlicher Sicht immer alle Schichten des Menschen samt Gott beteiligt, in welchem Maße auch immer. So kann dann auch ein stärkerer Einklang mit weiteren Anteilen des menschlichen Wesens zustande kommen, wie im folgenden angesprochen.

3. Die emotionale Schicht des menschlichen Wesens

Der emotionale Bereich, oft als "psychisch" bzw. "seelisch", in manchen modernen Richtungen als "astral" bezeichnet, ist ebenfalls als eine eigenständige Ebene erkennbar, wenn wir uns nicht auf das "molekularbiologische" Menschenbild beschränken lassen, das alles im Menschen als Reaktion chemischer Prozesse im physischen Körper sehen möchte. Dafür Wahrnehmungsfähige können etwas wie einen "emotionalen Körper" in vielen Farben erkennen, der  zunächst wie der physische Körper geformt ist, dessen äußere Hülle aber erheblich über den physischen Körper hinausreicht. Im grenzwissenschaftlichen Bereich, insbesondere der Parapsychologie wurden entsprechend auch "außerkörperliche Erfahrungen" (out-of-body-experiences) untersucht. Demnach können auch viele der Flugträume derartige Erfahrungen darstellen, statt nur irgendwelche Verarbeitungsvorgänge im Gehirn zu sein. Auch der emotionale Bereich des Menschen enthält vielfach Reiz-Reaktionsmechanismen, die an Gewohnheiten fesseln können, die im Lebenskräftebereich verwurzelt sind. Ansonsten ist der emotionale Bereich jedoch z.B. für Psychotherapien und für eine Kultivierung durch christlich-ethische Bemühungen zugänglich. Dies ist sogar leichter, als die schwierige Arbeit, die tief im Lebenskräftebereich sitzenden Gewohnheiten zu verbessern, oder gar den physischen Körper ansatzweise zu "vergeistigen", wie es etwa christliche Mystiker versucht haben. 
(Vgl. auch in unserem Haupttext die Kapitel Der „heilige Eifer" (und Gesichtspunkte zu Emotionen); und "Das Abendmahl, die Gefangennahme und die Geißelung Jesu"
.

4. Der Verstand als Schicht des menschlichen Wesens

Der Bereich des analytischen (zerlegenden) und synthetischen (zusammenschauenden) Denkens kann bei einer Sicht, die sich nicht zwingt, alles als physische Gehirnfunktion interpretieren zu müssen, ebenfalls als eigenständig angesehen werden. 

Selbst dieser mentale Bereich des menschlichen Wesens wurde von entsprechend hoch Sensitiven als körperartige Struktur wahrgenommen, wie  bei Punkt 3, nur noch feiner. Darin sind viele wenig entwickelte Fähigkeiten der Erkenntnisgewinnung verborgen. Auch hier ist jedoch zunächst der irritierende Einfluss der unter 3. genannten Reiz-Reaktionsmechanismen gegeben, sodass eine selbstkritische Haltung Voraussetzung für Fortschritte ist.
(S.a. "Bewusstsein, Gehirnforschung und Freier Wille" und "Ein christlicher Weg zur Verarbeitung der Ereignisse des Lebens"; vgl. auch in unserem Haupttext die Kapitel "Die Bergpredigt" und "Die Verklärung Jesu"; sowie "Die Dornenkrönung und die Abschiedsreden Jesu".)

5. Das Lebensprogramm oder "Schicksal"

Auch die grundlegenden Vorgaben oder Vorsätze, die sich ein Mensch durch das Leben meist unbewusst, oder zusätzlich bewusst gemacht hat - "was Ihr säet, werdet Ihr ernten" - sind eigenständig gespeichert, dem Bereich des Verstandes nahe, aber nicht mit ihm identisch. Da es sich hier um eine Ebene handelt, wo es um Ursachen geht, wurde sie z.B. von Theosophen als "Kausalebene" bezeichnet. Indem der Mensch lernt, sich solcher Vorgaben bewusst zu werden, bzw. sich darin von Gott führen zu lassen, statt sich äußeren Gesetzmäßigkeiten zu überlassen, ist auch hier eine Verwandlung - Erlösung - möglich. Insofern ist auch dieser Bereich noch nicht das Höchste im Menschen.
(S. Korinther 9:6; Galater 6:7-9; s.a. "Das Christentum und sein Verhältnis zu anderen Lehren über Karma und Reinkarnation"; vgl. auch in unserem Haupttext die Kapitel "Die Frage nach den „Wundertaten" und "Die Auferweckung des Lazarus" sowie "Die Kreuzigung...").

6. Der "Innere Christus" und das "Höhere Ich"

Gott kann im Menschen „Gestalt annehmen", der Mensch kann so deutlicher als sein „Ebenbild" erkennbar werden; oder, wie es Mystiker ausdrücken, der liebevolle „Christusfunke" im Herzen beginnt zu wachsen. Christliche Mystiker erleben auf diesem Weg, in Verbindung mit dem "äußeren" Christus, Gott immer näher zu kommen. Bei aller Unterschiedlichkeit solcher Erfahrungen gibt es umfangreiche Gemeinsamkeiten, die nicht einfach voneinander übernommen sind, sondern auf eine dahinter stehende Realität hinweisen.

Dieses Potenzial im Menschen, der "Christusfunke", ist heute mit seinem Wesenskern verbunden. Der Wesenskern, der den Menschen am deutlichsten vom Tier unterscheidet, wird in den unterschiedlichen Kreisen "Höheres Ich", "Höheres Selbst", oder das "Ich bin" im Menschen genannt, manchmal auch "Schutzengel" oder ähnlich. Auch solche Erfahrungen können also sehr wohl bei christlichen Gottsuchern eine Rolle spielen, und sind nicht pauschal als nichtchristlich zu betrachten, nur weil sie wenig gebräuchlich sind.
(Zu Christus im Innern s. in unserem Haupttext z.B. das Kapitel zur Taufe ....)

Selbstverständlich werden mit dieser Darstellung nicht automatisch alle Arten von Sichtweisen und Praktiken als empfehlenswert herausgestellt, die zu diesem Themenbereich im Umlauf sind. Es geht nicht darum, Sichtweisen verschiedener Seiten zu vermischen; sondern Tatsachen herauszuarbeiten.

 

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