Christuswege

Haupttext Teil 1, Die Schritte in den Evangelien;
Kapitel :

Kreuzigung und Grablegung.

Die heutigen Sichtweisen zu Kreuzigung und Tod Jesu - z.B. Johannes 19, 12-37 - sind noch unterschiedlicher, als zu anderen Stationen seines Werdegangs; das liegt einerseits am ihnen kirchlicherseits zugesprochenen Stellenwert, andererseits daran, daß die Ausleger alles in ihr jeweiliges weltanschauliches System einordnen wollten. 

So waren gnostizistische Bestrebungen am Rande des frühen Christentums zwar willens, sich mit Christus zu befassen. Auf ihrem altgriechischen Hintergrund konnten sie sich jedoch nicht vorstellen, daß ein derart großes Lichtwesen von einer Frau geboren und gestorben sein sollte. Also musste er wie ein Engel, bzw. wie es später manchen östlichen Meistern zugeschrieben wurde, sich lediglich durch einen Scheinleib sichtbar gemacht haben, der dann auch nicht sterblich war, sondern einfach wieder aufgelöst wurde. Da in ihrer Lehre die irdische Welt und Materie als für ewig böse galt, lag es ihnen auch fern, anzunehmen, daß ein solches Wesen alle Stationen des irdischen Lebens durchlaufen oder gar mit seinem Licht durchdringen sollte. Der Begriff „gnostizistisch" wird hier im Unterschied zu apostolischer Gnosis verwendet, welche Unterscheidung selbst der Sektenkritiker F. W. Haack gelten ließ. Jedoch gab es die verschiedensten Übergänge in derartigen Lehren, z. B. anerkennt das gnostische „Evangelium der Wahrheit", daß Jesus ans Kreuz genagelt wurde.

Menschen mit materielleren oder ablehnenderen Einstellungen verbreiteten nicht nur Legenden, Jesus sei ein unehelicher Sohn eines römischen Soldaten gewesen, was bei den damaligen Moralvorstellungen etwas maximal Abqualifizierendes war. Es wurde auch spekuliert, Jesus sei nicht gestorben, sondern gepflegt worden bzw. genesen. Bis heute gibt es gleichartige Versuche, z. B. das Grab eines möglicherweise alten Mannes namens Jesus in Kaschmir auf den biblischen Jesus zu beziehen. Auch mindestens noch eine weitere andere, noch nicht aufgefundene europäische Grabstätte Jesu taucht in moderner Literatur auf. Dazu muss gesagt werden, daß Jesus, oder auch Jehoschua, Jeschua, Jesat genannt, kein einmaliger Name war. Auch in Apokryphen (nicht in den biblischen „Kanon" aufgenommene Schriften) tauchen mehrere andere Jesusse auf: Jesus Sirach, Jesus ben Pandira.

Teils im Zusammenhang mit solchen Thesen sind widersprüchliche Untersuchungsbefunde über das Turiner Grabtuch Jesu aufgetaucht. Einmal sollte das Tuch Pollen aus Zeit und Heimat Jesu enthalten, dann wieder stammte es „aus dem Mittelalter". Einmal konnte der Bildeindruck nur durch plötzliche hochenergetische Strahlung hervorgerufen worden sein, z. B. durch plötzliche Auflösung, ein andermal sollten Blutspuren darauf hindeuten, daß Jesus bei der Kreuzabnahme noch gelebt habe. Eine Würdigung des neueren Forschungsstandes spricht wiederum für eine Echtheit dieses Tuches, und eine ungewöhnliche Entstehungsursache des Bildes. Dies mag manchen Menschen helfen, auch in ihrem Erdenverstand zur Realität des Christusgeschehens vorzustoßen (vgl. die Bemerkungen über den Weg des Jüngers Thomas im Kap. "Wundertaten" bzw. in der Extraseite "Naturwissenschaften..."). Bei Lorber wird nur der „Trierer Leibrock" als unecht behandelt; dies jedoch mit der offensichtlichen Zielrichtung, den Glauben selbst im Innern zu suchen, und diesen nicht von einem solchen Wechselbad durch Befunde und Theorien über äußere Artefakte abhängig zu machen.

Solche Forschungen können jedoch meditative Untersuchungen anregen. Dabei deutet sich an, daß etwas vorliegt, was in kein bekanntes Schema von Leben und Tod passt. (Vgl. auch Grönbold „Jesus in Indien- das Ende einer Legende", und die hektographierte Schrift von Margarete Eckel, „Am Kreuz gestorben".)

Wie schon weiter vorne festgestellt wurde, sind Zeugnisse der Mystiker oft hilfreicher, um der Frage nach der Bedeutung der früheren Geschehnisse für die gegenwärtige Entwicklung von Menschen, und damit auch der Frage nach ihrem Charakter näherzukommen. Je mehr spirituelle Erfahrungen in dieser Richtung jemand hat, desto mehr versteht er. Die Wahrnehmungen christlicher Mystiker und Stigmatisierten – Träger/innen der Wundmale Christi – sind ohne Kontakt zueinander z. T. verwandt; sie enthalten über das Erleben Jesu manche in der Bibel nicht bekannte Einzelheit, sind aber auch darin ähnlich, von Franz von Assisi bis Pater Pio und Therese von Konnersreuth. Alle stimmen sie darin überein, daß Kreuzigung und Tod Christi real und tief in diese Welt eingeprägt ist, und eine unverhoffte oder auch bewusste Verbindung mit diesem Geschehen unvorstellbares Leiden, aber auch eine unvorstellbare, nicht herab-, sondern alles heraufziehende Kraft erfahren lässt. Dem existenziellen, das ganze Wesen total betreffenden, Charakter der Kreuzigung steht das Leben solcher außergewöhnlicher Personen sicherlich näher, als eine allein den Intellekt betätigende Herangehensweise. Beim Thema Tod und Leben geht es um mehr, als um einzelne Wesensschichten, die hier gemeinsam beteiligt sind, hier einschließlich der „kausalen" Ebene des Erzeugens von Prinzipien und Schicksal. Auch Menschen mit nicht so ausgeprägter mystischer Gottverbundenheit können die Geschehnisse meditativ als Brücke zur Wirklichkeit nutzen, wie unvollkommen das auch immer sein mag. Durch das Wort zu seinem mitgekreuzigten Verbrecher, bald werde dieser mit ihm „im Paradiese" sein, deutet Christus an, daß auch ein rascher Nachvollzug seines Weges möglich ist.

Die bewusste Durchdringung dieser tiefsten Vorgänge menschlicher Existenz, die mit Bedrückung, Leiden und Degeneration verbunden sind, kann sich als reale gegenwärtige Möglichkeit zeigen, in welchem Maße auch immer. Obwohl diese Möglichkeit nicht an die Jahreszeit oder an die geographischen Orte des Geschehens gebunden ist, scheint Ostern die Erfahrbarkeit zu erleichtern. Es ist, wie wenn dem alten, jahreszeitlich und traditionell bedingten Rhythmus von Vergehen und Neuwerden durch Christus eine weitere „Oktave" aufgeprägt wäre.

Dass Jesus die Übereinkunft nicht mehr anerkennt, daß die physische Materie dem Geist unüberwindbare Barrieren entgegensetze, zeigte sich bereits beim Fall Lazarus. Nichts außer Gott, egal wie träge oder auch negativ, ist für seinen Blick ewiggültig, alles letztendlich verwandlungsfähig. Je tiefer bzw. unbewusster das zu Verwandelnde, desto schwerer ist naturgemäß eine Beeinflussung.

Bei der Kreuzigung ist auch, wie bei den kurz vorher stattgefundenen Ereignissen, neben einer Überwindungskraft ein universelles Bewusstsein angedeutet, z. B. in den Worten am Kreuz, die in dem Satz gipfeln „Es ist vollbracht!" Die diesbezüglich fühlbare, universell helfende „opfernde Liebe" ist allerdings auch in der alten, geradezu juristisch klingenden Formel eines „Loskaufs der Menschen durch das Opfer Jesu" nicht ausreichend ausgedrückt. Sie kann heute als Versuch gelten, das auch für das Verstandesbewusstsein besser nachvollziehbar zu machen; ursprünglich könnte sie jedoch eine Anpassung an die Vorstellungswelt der damaligen Israeliten gewesen sein, wo es darum ging, durch rituelle (Tier- usw.-) Opfer die Gottheit gnädig stimmen zu wollen. S.a. weiter unten.

Ebenso wenig geben jene anderen Theologien, in denen der Schwerpunkt z. B. darauf gelegt wird, daß Jesus bis in den Tod zu seinen Grundsätzen steht, eine allein ausreichende Erklärung für die mystischen Erfahrungen; auch nicht für deren physische Begleiterscheinungen wie Stigmata, Nahrungslosigkeit usw.; vgl. z. B. Thurston „die körperlichen Begleiterscheinungen der Mystik", und Höcht "Von Franziskus zu Pater Pio und Therese Neumann", sowie das nächste Kapitel. 

Rupert Sheldrake, ein Biologe, der wegen seiner ganzheitlichen Denkansätze u. a. in neuen spirituellen Bewegungen bekannt wurde, entwickelte die Theorie eines „morphogenetischen Feldes". Entwickelten Affen auf einer Insel eine neue Fertigkeit, konnten Affen derselben Art auf entfernten Inseln ohne äußeren Kontakt alsbald dieselbe Fertigkeit entwickeln. Ein überzufälliger Einfluss durch ein Kraftfeld, das Tiere derselben Art miteinander verbindet, musste gegeben sein. Als der Verfasser Rupert Sheldrake fragte, ob er sich vorstellen könnte, daß z. B. die Entwicklung Jesu bis zur Kreuzigung bzw. Auferstehung über ein derartiges Kraftfeld auf die ganze Menschheit ausgestrahlt haben könnte, sagte er nach erstauntem Nachdenken „Ja; jedoch wäre dafür nicht das morphogenetische Feld, sondern ein spirituelles Kraftfeld anzunehmen."

Auch das ist kein „Gottesbeweis", aber manche neue wissenschaftliche Strömungen liefern bereits bessere Annäherungsmöglichkeiten an diese schwer verständlichen Zusammenhänge, als die Theologien, die entweder die alten Lehren einfach dogmatisch festhalten, oder aber schwer Verständliches einfach wegerklären.

Auch bei der Kreuzigung zeigen sich Anklänge an – aber eben keine Identität mit – alten Initiationsriten. Das Kreuz bzw. der Baum, an dem der Mensch aufgehängt wurde, findet sich u. a. im Norden – vgl. die Mythen von Odin, der neun Tage am Baum hing, und währenddessen höhere Erfahrungen machte. Das Motiv des Grabes als Einweihungsstätte findet sich in der Megalithzeit weit verbreitet, auch noch in keltischer Zeit, und besonders ausgeprägt in der Pyramidenkultur Ägyptens. Die Pyramiden, gleich ob sie tatsächlich Begräbnisstätten waren – was nicht bewiesen ist, denn eine Namensinschrift besagt wenig – oder nicht, sie wurden jedenfalls wie auch keltische Grabhügel kultisch genutzt. Da es heute schon ein Hinwegsehen über sehr viele Fakten erfordern würde, das zu bestreiten, wird hier nicht näher darauf eingegangen. R. Steiner ist aufgefallen, daß beide geistigen Entwicklungsströme, das Kreuzes- und das Grabesmotiv bei Christus erneuernd zusammenfließen.

Das Nacherleben der Kreuzigung, bzw. der „Mitternacht der Seele", des „mystischen Todes", des Durchgangs durch eine Verlassenheit von allem, woran der Mensch sich klammern könnte, das alle bekannten christlichen Mystiker in der einen oder anderen Form zu spüren bekamen, hat auch eine gewisse Verwandtschaft mit dem Gipfelerlebnis des Yoga, dem Nirvikalpa Samadhi bzw. der Erfahrung der Leere des „Nirwana". Christliche Mystik lieferte jedoch die Erfahrung, daß in bzw. hinter dieser Leere wieder „etwas" ist, nämlich Christus bzw. Gott. Dass auch von einem indischen Weg her ein Überschreiten dieses Nirwana in das Dahinterliegende möglich ist, zeigte Aurobindo. Auf dem christlichen Weg kann jedoch etwas von dieser hinter Allem liegenden Fülle durchgehend vom ersten Moment des religiösen Weges vorhanden sein, weil das durch die Erde hindurchgegangene Wesen Christi eine Brücke darstellt.

Es macht den Eindruck einer schwierigen Gratwanderung, wenn jemand wie Aurobindo mit Kräften konfrontiert wird, die Zusammenhänge mit der Entwicklung von Christus nahe legen, aber der Hintergrund dazu nicht da ist. Unmöglich ist es aber keineswegs; es sei nur an den Fall eines Hinduknaben erinnert, der vom Christentum nichts wusste, aber durch sein intensives inneres Fragen nach Gott plötzlich eine Christuserfahrung machte, und diese später buchmäßig ausarbeitete (Hrsg. Friso Melzer, "Sadhu Sundar Singh"). Auch bei hinduistischen, tantrischen Übungen tauchte bei Menschen, die eher mit dem Auftauchen indischer Göttergestalten gerechnet hätten, plötzlich eine Christusvision auf. „Der Geist weht, wo er will".

Für eine auf das Christentum als Religionsgemeinschaft festgelegte Theologie schwer verwertbar, aber für andere Kulturkreise umso interessanter könnte die Anregung R. Steiners sein, in Christus ein sonnenhaftes Wesen zu sehen, das sehr wohl in vorchristlichen Zeiten einigen höheren Weisen bekannt war;  Siehe das Kapitel „Im Anfang war das Wort..." in diesem Text und die Extraseite über " das Alte Testament und vorchristliche Religionen".
Bei seinem Herabstieg, so auch andere Quellen wie Lorber sei u. a. das Erleben des Jehova entstanden. Diese Erfahrung wurde wahrscheinlich später, wie anderswo auch, menschlich getrübt. Aber das heißt nicht, daß jedes alttestamentarische Geschehnis aus der menschlichen Logik unserer heutigen Gesellschaft bewertet werden könnte. Gott weiß besser als wir, was er warum tut.

Noch später, vor 2000 Jahren dann die Verkörperung des Christus auf der Erde, als Maßstab an einem Umkehrpunkt der Weltentwicklung, diese bzw. die Menschheit gleichsam auf sich nehmend, sie wiederaufnehmend in sein Leben. Die alten Kulte sind z.T. degeneriert, wie später das Christentum oberflächlich wurde, aber eine Forschung in solchen Richtungen würde trotzdem Bedeutung haben. Christus würde sich als etwas zeigen, was nicht in die ihm manchmal zugedachte Rolle als Machtgarant einer gesonderten Religionsgemeinschaft paßt. Ein Wesen, das gerade das erneuerte allgemein Menschliche verkörpert, den „neuen Adam" von Golgatha.

Theologisch wird im Zusammenhang mit der Kreuzigung von der Vergebung der Sünden gesprochen, vgl. Joh. 1:29. Was jedoch erlebt werden kann, ist, daß diese „Erlösung" wie eine keimhafte Möglichkeit der bewussten Entscheidung und „Nachfolgetätigkeit" bedarf, um im Leben real zum Ausdruck zu kommen. Was real erlebt werden kann, ist, daß bei Einstellung auf die Führung des Lebens durch den von Christus vermittelten Gott, dieses Leben organischer verlaufen kann, als bei einer Einstellung auf mechanisch wirksame Schicksals-/ oder Karma-Ausgleichsgesetze. Auch Christus spricht vom Aufarbeiten „auf Heller und Pfennig", aber er sagt nicht, daß dies nach wie vor „Auge um Auge, Zahn um Zahn" geschehen müsse. Die neue Aufgabe des Menschen steht im Vordergrund – was für ihn und seine Umwelt fruchtbar ist, wird aufgegriffen aus seinen Möglichkeiten, und umgesetzt. Keine Vergangenheitsbewältigung als Selbstzweck oder als Entwicklungsmotiv ist mehr angesagt. Eine Hilfe „von oben" beim Zusammenspiel der verschiedenen Möglichkeiten der Menschen kann heute beobachtet werden.

Während bei diesem Thema das Studium R. Steiners den Eindruck erwecken könnte, daß Christus sich nur mit dem Menschheitsschicksal befasse, und der Einzelne sein Schicksal selbst aufarbeiten müsse, ist es eine eindeutige und nachvollziehbare Erfahrung von vielen Christen, daß Christus auch sehr individuell bei der Aufarbeitung des eigenen Schicksals helfen kann. Er kann es zur Verwandlung führen, statt zum hundertprozentigen Ausleben alles Angelegten – nur eben nicht ohne Rücksicht auf die übrige Menschheit um den Menschen herum. Auch die Kraft des Verzeihens zwischen den Menschen ist eine höchst reale Erfahrung, die zum spezifischen und eigentlich Christlichen gehört. Die ewigen Kreisläufe z. B. von Gewalt und Gegengewalt werden dadurch aus den Angeln gehoben. Es ist aber nicht allein eine Lehre zur Befreiung von den irdischen Verstrickungen bzw. zur Nichtidentifizierung mit denselben – insoweit sind Ähnlichkeiten zu Lehren z. B. Buddhas festzustellen. Sondern es ist bei der tieferen Einstellung darauf eine Kraft – die es ermöglicht, die Verstrickungen von innen her aufzulösen, und trotzdem sich nicht zurückzuziehen, wie es nun möglich wäre; sondern zugleich die Kraft zu haben, im weitesten Sinn „in der Welt" zu bleiben, als „Arbeiter/in im Weinberg".

Selbst auf dieser anspruchsvollen Ebene zerfließt der Mensch offenbar nicht wie ein Tropfen im Ozean. Es ist nicht schon ausreichend beschrieben durch jenes plötzliche Zurücklassen der sich in tausende Teile verflüchtigenden Person, einschließlich psychischer und mentaler Teile, wie „Kreuzigung" z. B. im theosophischen Bereich beschrieben wird, und wie Castaneda Ähnliches aus dem schamanistischen Bereich ohne den Begriff Kreuzigung beschrieb - was ebenfalls reale Erlebnisse sind.

Eine Zelle im Ganzen, die eine Verantwortung für alles behält, was zu ihrem Wesenszusammenhang gehört, ist auch in diesem Stadium noch eine passendere Beschreibung eines Menschen, der „sein Kreuz auf sich nahm", und dessen vorherige Bemühungen sich nun gebündelt in die Meisterung des Existenziellen des Lebens hinein vertiefen.

Bei all dem Bemühen, das Geschehen und die Symbolik der Kreuzigung für spirituelle Zwecke in der heutigen Zeit auszuschöpfen, sollte allerdings auch hier nicht übersehen werden, daß hier Mehreres zusammenkommt:

Dass die „letzten Dinge im Leben Jesu" in dieser Schrift so ausführlich behandelt werden, hat damit zu tun, daß sie noch viel weniger geistig durchdrungen worden sind, als die einfacher zu verstehenden vorherigen Geschehnisse; und daß deswegen umso mehr verwirrende Theorien darüber entstanden sind - die umso größerer Versuche bedürfen, sie zu entwirren, und so auch hier zu einem unmittelbareren Erleben durchzustoßen. Nicht soll hingegen der Tod als das Wichtigste im Dasein Jesu missverstanden werden, wie dies bestimmte theologische Richtungen gesehen haben, wo das Kreuz das Zentrum aller Dinge zu sein scheint.  

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