Christuswege

Extraseite mit methodischen Hinweisen.
Christliche Meditation.
Eine Meditationsform ist die Evangelienmeditation.
Bibelstudium, d.h.
Texte lesen, sprachlich und im Zusammenhang erarbeiten ist nur eine
Methode. Während des Studiums können die Kapitel des Haupttexts von
"Christuswege.net" - und Gott - ein tieferes Verstehen fördern.
Wer über das Lesen hinaus an einer ganzheitlichen Methode des Erarbeitens
näher interessiert ist - vernachlässigte Schichten der Seele einbeziehend -
kann nach dem Studium eines Kapitels des Haupttextes von
"Christuswege.net" das entsprechende Kapitel z.B. des
Johannesevangeliums lesen und darüber meditieren.
Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.
Zunächst gelten dafür Voraussetzungen wie für jede andere Meditation: aus
aktuellen Ablenkungen und Verstimmungen oder Problemen muß die eigene
Aufmerksamkeit erst durch ein Sich-darüber-bewusst-werden oder durch ein
Gespräch mit Jemandem usw. ausreichend herausgelöst werden; so daß
wieder eine geistige Offenheit vorhanden ist. Auch sollten weder Müdigkeit noch
Hunger noch die akuten Wirkungen von Alkohol, Tabak usw. vorhanden sein. Weiter
sollte kein Telefon usw. während der Meditation stören können. Der Platz
sollte sich angenehm anfühlen, also z.B. nicht neben einem Strahlenstress
erzeugenden Gerät (s. Links: Baubiologie). Wer geübt ist, kann sich
möglicherweise auch auf einem belebten Marktplatz konzentrieren, aber am Anfang
ist es sicher zweckdienlich, solche Hinweise zu beachten. Früher wurde für
eine solche Evangelien-Meditation z.T. der Text langsam mit geschlossenen Augen
gesprochen (z.B. Rosenkreuzer). Damit die Aufmerksamkeit nicht auf den Worten
liegen musste, sondern auf dem Gehalt, wurde der Text vorher auswendig gelernt.
Es gab auch eine Variante, wo der Text mit eurhythmischen Gebärden begleitet
wurde. Es gibt auch die Möglichkeit, den Text zu lesen, und und ihn dann bei
geschlossenen Augen auf sich wirken zu lassen. Dabei wird nicht aktiv gedacht,
oder jedenfalls beginnt die eigentliche meditative Betrachtung erst nach dem
Denken. Gehen dann die Gedanken weiter, werden sie einfach ihrerseits kurz
"angeschaut", statt sie weiter zu denken. Dies gilt auch, wenn
Gedanken auftauchen, die scheinbar oder tatsächlich nichts mit der Meditation
zu tun haben. (Gehen sie um äußere Vorhaben, können sie z.B. aufnotiert
werden, wirksam vertagt, damit der Geist wieder davon frei ist. Wichtige
Ereignisse während der Meditation werden hinterher nach Möglichkeit notiert,
dann ist die eigene Entwicklung besser zu verfolgen. Die Betrachtung kann zu
einer größeren Vertiefung des Bewusstseins führen, was aber nicht
zwangsläufig eintritt (Kontemplation, Meditation). "Ich habe
keine Zeit für eine Meditationsstunde"? Auch meditativ verbrachte Minuten
wären erheblich besser als gar nichts.
Zusätzlich kann es hilfreich sein, beim Aufwachen einen Notizblock parat zu haben, um Stichworte zu notieren. Dies hilft einerseits, sich überhaupt an Träume zu erinnern; andererseits lässt sich aufgrund solcher Notizen über Träume deren Entwicklung besser verfolgen. Werden Traumsymbole tagsüber gezeichnet, hilft dies zusätzlich, diese Öffnung zu verstärken. Mehr und mehr kann sich zeigen, daß eben nicht alle Träume durch Tageserlebnisse und deren psychische Verarbeitung erklärbar sind, sondern daß hier etwas stattfindet, was auf andere Art ebenso wichtig ist wie der Tag.
Dies sind keine okkulten Rituale, sondern es geht einfach darum, daß der Seele Zeit gelassen wird, sich für die Inhalte bzw. für Gott zu öffnen, statt daß die Inhalte nur für den Intellekt zur Verfügung stehen - der nicht schlecht ist, aber zum Verstehen eben auf gar keinen Fall allein genügt. Mit der Zeit können alle Schichten des Menschen, auch sein Wille, ja auch sein Körper davon berührt und verwandelt werden. Erst wenn sich z.B. neue Erkenntnisse zeigen, oder entsprechende Symbolbilder während der Meditation oder sich darauf beziehender Träume, oder Entwicklungen im Leben, ist das, was von dem Kapitel nachvollzogen werden kann, wenigstens anklangweise im Innern angekommen. Dann kann weitergeschritten werden, zumal wenn das Bedürfnis da ist. Es mag dazu nötig sein, eine Woche oder besser einen Monat mit einem Kapitel zu leben. Nicht nötig ist hingegen, den Inhalt bereits 100%ig umgesetzt zu haben, denn diese Schritte sind nicht mehr völlig voneinander abgegrenzt. Gott lässt einen Menschen ein Erlebnis haben, wenn er (Gott) es will, eine "Sternstunde" kann auch durch Meditation höchstens vorbereitet, aber nicht erzwungen werden. Dennoch kann keine Theologie usw. allein eine solche innere Praxis ersetzen, die zum realen Nachvollzug führen kann, statt zu grauer Theorie.
Es gibt aber auch unabhängig von den Möglichkeiten einer solchen Meditation so viele Methoden, die zum gleichen Ziel führen, wie es Menschen gibt.
Weitere Meditationsformen im christlichen Kontext.
Während eine solche auch inhaltlich spezifisch christliche Meditationsform wie oben erwähnt, heute leider selten irgendwo im kirchlichen Bereich angeboten wird, werden dort in speziellen kirchlichen Tagungshäusern o.ä. oft umso mehr andere Meditationsformen angeboten. Denn die Menschen suchen mit Recht nach Erfahrungen. Nur haben die Kirchen über die Jahrhunderte ihre eigene spirituelle und damit auch meditative Tradition weitgehend verschüttet, und müssen sie erst wieder zu erschließen suchen. Daher begannen sie ersatzweise zuerst einmal, z.B. buddhistische Meditationsformen (wie Zen, eine einfache Stillemeditation) abzuwandeln, und mit einer christlichen oder neutralen Einführung zu verbinden. Oder es werden Bilder*, Gemälde, oder einzelne Aussprüche der Bibel oder von christlichen Mystikern in die Stille hineingenommen. Eine z.B. auf dem Berg Athos noch lebendige Praxis griechisch-orthodoxer Mönche mit einer Wiederholung des "kyrie eleison" (Herr erbarme Dich) ist in unserem Haupttext, Kapitel "Die Stille in der Wüste" mit erwähnt. Auch Gesänge können einen besinnlichen, meditativen Charakter annehmen. Es gäbe auch die Möglichkeit, die vielen künstlerischen Bilder und Symbole in den Kirchen aufzugreifen. Das Allereinfachste wäre in der Breite das Wirksamste: wenn die Kirchen ein gutes Beispiel gäben, indem in den Gottesdiensten häufig Stille dazukäme, z.B. vor dem Gebet, während desselben, nach demselben - um eine "Antwort" abzuwarten -, nach der Predigt, während seelsorgerlicher Beratung usw. So wäre dies meditative Element nichts Isoliertes, sondern sein Wert im Zusammenhang könnte unmittelbar erlebt werden. Über solche Vorbereitungen für Gottes Wirken hinaus kann im Grunde alles Leben einen meditativen Charakter annehmen, -was in unserer hektischen Zeit sehr erschwert ist. Jedenfalls wäre es absurd, und einer erheblichen Unkenntnis entspringend, undifferenziert jede Meditation als "nichtchristlich" einzustufen, nur weil manche von nichtchristlichen Gruppen praktizierten Meditationsformen bekannter sind als die christlichen.
Selbst Jene, die durch eine Suche nach inneren Erfahrungen auf den untauglichen und gefährlichen Weg des Drogenkonsums gestoßen sind, könnten statt dessen durch Meditation ein erfüllendes Erleben finden.
* Eine Ausgabe unseres Haupttexts über die Evangelien mit Zeichnungen ist über das betreffende Inhaltsverzeichnis anklickbar - in Einzelseiten.
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