Christuswege
Zusätzliche Seite :
Information: Die Religion Zarathustras (Parsen) und Jesus Christus.
Die zusätzlichen Seiten des Internetprojekts "Christuswege" zu verschiedenen anderen Religionen sind ein Beitrag zum besseren Verstehen derselben und zum interreligiösen Dialog. Von christlicher Seite werden unabhängige Forschungen zu Grunde gelegt, die die spirituellen Tiefen des Christentums wieder erschließen. Betreffend die alte persische Religion Zarathustras (Zoroaster) wird hier keine umfassende Beschreibung geliefert, sondern einige für diesen Zweck wichtige Gesichtspunkte.
Zarathustra.
Die ursprünglichen Lehren Zarathustras
sind heute noch zu finden bei den Parsen. Forscher aus dieser Religion in Indien
förderten zutage, daß diese
Religion viel älter ist, als die westlichen Forscher annehmen (die sie auf 500
v. Chr. datieren); sodaß der antike
Geschichtsschreiber Herodot recht hätte. In späteren Zeiten war
"Zarathustra" und "Zarathustrotemo" zum Titel geworden,
daher sind Verwechslungen zwischen dem ursprünglichen Zarathustra und späteren
Trägern dieses Namens möglich. Zarathustra richtete den Blick der Menschen
vermehrt in die Außenwelt, um auch in der Natur die göttlichen Lebensgesetze
zu erkennen. Die Verbindung von spiritueller Läuterungspraxis und positiver
Haltung zum irdischen Leben läßt Zarathustra als eine ursprüngliche Quelle
erkennen, die noch keine Festlegungen in Richtung einseitiger Weltflucht oder
einseitig materiellen Lebens enthielt. Weiter ergab sich, daß es bei dieser
Religion ursprünglich nicht etwa allein um jene kosmischen Kämpfe zwischen
Licht und Finsternis ging, die später in gnostische Lehren einflossen. Sondern
der eine persönliche Gott, Ahura Mazda genannt, stand als das
"Übergute" über diesen widerstreitenden Kräften. Ahura Mazda steht
auch am Anfang der Anrufungen, Er wird gebeten, daß er durch die
verschiedenen Engelwesen helfen möge - deren Existenz also keine
Vielgötter-Religion bedeutet. Der Begriff für die unpersönliche Seite Gottes
war "Ahu".
Eine Adresse für die gegenwärtig
spirituellsten Ausarbeitungen aus jener Religion für viele Lebensgebiete: Mazdayasnie Monasterie,
Mustafa Bldg., Sir Pherozeshah Mehta Rd., Bombay 400001, Indien.
Dort wird auch darauf hingewiesen, daß in Werken westlicher
Zarathustra-Forscher oft ihr Denken über diese Kultur einfloß, und
den tiefen spirituellen Gehalt verminderte. So wurde schon der Name
Zarathustra manchmal mit "Besitzer alter Kamele" übersetzt, heißt
aber "strahlendstes Wesen" / Fürst / Friedensfürst. Für den
tieferen Gehalt der Schriften gebe es alte Schlüssel, die mit den Lauten
zusammenhängen (was übrigens für Heilige Schriften anderer Religionen nach
modernen Analysen ebenfalls gilt).
Natürlich ist auch bei der Mehrheit dieser Religion Zarathustras Einiges von der ursprünglichen
spirituellen Tiefe verlorengegangen, wie in allen anderen Religionen, was heute
erst wieder erschlossen werden muß. Dennoch ist die genannte Institution unter
den indischen Parsen breit anerkannt.
Anderweitig wurde herausgefunden, daß es in den iranischen Überlieferungen Hinweise auf Noah/ Nuakh gibt, ähnlich der biblischen Berichte (O. Z. Hanish). Unser Eindruck ist, daß der Zend Avesta zumindest noch viel gemeinsam hat mit einer Art Uroffenbarung der Menschheit vor der vorderasiatischen Sintflut - d.h. mit dem ältesten Gottesglauben, dem Noah auch in dieser degenerierten Kultur treu blieb. Abraham war nicht der Erste, der den einen Gott verehrte. Es gibt Hinweise darauf, daß auch die ursprüngliche Form dieser Religion vor der vorderasiatischen Flut - von ca. 3030 v. Chr. oder früher - schriftlich vorlag, und es besteht durchaus die Möglichkeit, daß eines Tages Schriften aus dieser alten Zeit auftauchen. Der österreichische Mystiker Jakob Lorber führt in "Die Haushaltung Gottes" z.B. diese verschollenen Schriften als "Seant Hiast Elli" (Heilige Geschichte Gottes) und Sanah Scritt / Seant ha vesta ("Die Heilige Schrift und Euer Heil") an; Gott soll den Menschen vor der Flut als "Abedam" erschienen sein, wie er später durch den biblischen Melchisedek wirkte.
Rudolf Steiner sah in Ahura Mazda den kosmischen Christus, wie er vor seiner Herabkunft auf die Erde von einigen großen Weisen verschiedener Kulturen wahrgenommen oder erahnt wurde.
Weiter spricht Vieles dafür, daß von den "Drei Königen" = "Drei Weisen aus dem Morgenland", die das Jesuskind fanden und verehrten, mindestens einer ein sternkundiger zarathustrischer Weiser (Maghav) war.
Übrigens werden die Parsen auch von vielen moslemischen Geistlichen im Iran zu
den "Leuten der Schrift" des Korans gerechnet, wie Juden und Christen,
d.h. nicht zu den "Ungläubigen", sondern zu jenen, die an ein und
denselben Gott glauben, und durch Propheten immer wieder an ihn erinnert wurden.
Auch war "Saleman-e-Farshi", der durch seine
anfängliche Verbindung mit Mohammed zur Entstehung des Islam beitrug, und
später im Libanon die Gemeinschaft der "Drusen" gründete, ein
Gelehrter zarathustrischen Ursprungs (Dastur Dinyar, Hohepriester im Iran unter
der Regierung des Noshirwan e Adil).
Die Heilige Schrift der Parsen.
Die Originalschriften von Zarathustra, "Zend
Avesta", sind verschollen oder in verborgenen Plätzen aufbewahrt. Im 3.
und 4. Jahrhundert n.Chr. wurden die vorhandenen Bruchstücke erneut zu 21
Büchern zusammengefügt. Einige Teile sind bereits wieder verschollen.
Grundlegend sind z.B. die Gebete/ Mantren der "5 Gathas" (T. R.
Sethna, India, "Khordeh Avesta" mit engl. Übersetzung),
die in der altpersischen Sprache rezitiert werden.
Glaubenspraxis.
In der Parsischen Glaubenspraxis spielt die
Rezitation von Gebeten und Texten des Zend Avesta eine wesentliche Rolle. Hier
spielen alte, umfangreiche Kenntnisse über die Wirkung von Lauten mit, die eher
einer vorzeitlichen Form von Wissenschaft entstammen, und heute neu erforscht
werden bis in erfolgreiche landwirtschaftliche, medizinische und pädagogische
usw. Anwendungen hinein. So wurde z.B. durch Prismengläser und spezielle
Instrumente erkannt, daß das Hauptgebet "Yatha Ahu Vayryoo..." in
seinen 3 Doppelzeilen auf die menschliche Ausstrahlung (Aura) eine Lichtwirkung
entfaltet, die blauem, gelbem und rotem Licht entspricht und zusammen nach
optischen Gesetzen weiß ergibt. Es wird gesagt, daß nicht nur die Buchstaben,
sondern auch die vorzustellenden Gedankeninhalte ganz reale, z.B. von Hellsehern
beobachtbare Auswirkungen im Menschen haben. Auch eine der Deutungen des
altiranischen Gottesnamens, "Ahura Mazda", ist "weißestes
Licht" - dem die Menschen immer ähnlicher werden sollen. Diese
Bestrebungen gipfeln im "Ilm-e-kshnoom", der "Wissenschaft der
Seligkeit". Es bestand einst eine erheblich engere Verflechtung zwischen
Wissen, Kultur und Religion. (Meher
Master-Moos, Mazdayasnie Monasterie, s.o.)
Ethik auf dem Weg.
Die Ethik ähnelt derjenigen anderer Weltreligionen:
gute Gedanken, Worte und Taten....
Das Symbol der Zarathustra-Religion, im Westen als
Bild des - ursprünglich bildlos verehrten - einen Gottes interpretiert, wird
von M. Master-Moos als Veranschaulichung der in jedem Menschen schlummernden
Verbindungsmöglichkeit zu Gott erklärt: Die beiden Ausläufer oder Füße
stellen die Möglichkeit dar, zwischen dem Weg des "Lichts" und dem
Weg der "Finsternis" zu wählen; und sich selbst letztendlich im Kreis
in der göttlichen Mitte, jenseits der polaren Kräfte zu verankern. Der Weg
(des Lichts) führt über die 3 unteren Reihen von Federn, nämlich gute
Gedanken, Worte und Taten, in die 5 höheren Reihen von Federn, nämlich höhere
Arten des Bewusstseins. Letztendlich Oberhalb der Federn käme die Befreiung von
den Zwängen des Lebens auf der Erde: ein Ring des Schicksals ist "in der
Hand", kann also gemeistert werden.
Es gibt darüber hinaus Lehren über einen noch
höhere Stufe, "Khaeth-wo-daeth", die "Hochzeit", aber hier
der zusammengehörigen Seelen.
Für Christen gibt Jesus
Christus die Verbindungsmöglichkeit mit Gott.
Verwandte Richtungen.
Das erwähnte Gebet ist mit anderer, europäischer Melodie auch in der westlichen Mazdaznan-Bewegung verbreitet, einem Teil der Lebensreformbewegung mit Ernährungs-, rhythmischen Atem-, u.a. Übungen, einst von Dr. Hanish angeregt. Viele andere parsische Zeremonien sind hier nicht enthalten. Dazu Meher Master-Moos, Mazdayasnie Monasterie (s.o.): "Ich glaube, daß es diese Menschen richtig machen, daß sie nicht unsere zarathustrische Tauf-Zeremonie usw. übernehmen, sondern sich allgemein verwendbare Regeln für ein Leben nach den Naturgesetzen zu eigen machen". Es hätte auch, außer in Verfallzeiten, nie zarathustrische Bekehrungsversuche oder Zwangsbekehrungen Andersgläubiger gegeben. Alle Weltreligionen seien gleichermaßen notwendig, weil die Menschenseelen aufgrund ihrer Eigenschaften in eine der Weltreligionen hineingeboren werden, die ihrerseits Entsprechungen zu Planetenqualitäten usw. hätten.
Mani (216-276 n.Chr.) versuchte, christliche Lehren an die alte Zarathustra-Religion anzuknüpfen, und auch mit buddhistischen Gesichtspunkten zu vergleichen. Mani entstammte den "Täuferchristen" (Mandäern) und gründete nach eigenen Inspirationen die Manichäer. Diese Inspirationen wurden dem von Jesus angekündigten "Tröster" (Paraklet) zugeschrieben. In der Lehre ging es um die göttlichen Lichtteilchen der Seele, die diese aus der Verdunkelung durch die Materie befreien kann, indem der Mensch mehr oder weniger asketisch und vegetarisch lebt. Die Lichtteilchen in den Nahrungspflanzen sollten so ebenfalls befreit und zum göttlichen Ursprung zurückgeführt werden. Christus habe sich aus dem Licht in der Finsternis (der Erde) verkörpert, um durch Liebe das Böse zu lösen. Das Alte Testament (mit alten Aussagen wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn") wurde großenteils abgelehnt. Der Kultus enthielt Gebet und Hymnen... . Die Manichäer verbreiteten sich weit in Asien in den ersten Jahrhunderten n. Chr., zeitweise geduldet vom persischen Königshaus. Später wurden sie von fast Allen verfolgt: von der Kirche, vom Islam, von einigen der Zarathustrier, und vom chinesischen Kaiser. Daher wurden sie praktisch ausgerottet. Die Gnostischen Bestrebungen der ersten Jahrhunderte (Ansätze eines Erkenntnischristentums, teils auch etwas weltflüchtig gewesen), waren teilweise damit verwandt, desgleichen die später zu Millionen umgebrachten (!) Katharer ("Ketzer") & Albigenser in Südfrankreich. Daß diese Richtungen ihre Einseitigkeiten hatten, unterschied sie nicht von praktisch allen anderen Kirchen mit ihren jeweiligen, unterschiedlichen Einseitigkeiten. Unter Anderem durch die Folgen solcher Ausrottungen von Teilen des Christentums bietet das heutige Christentum - insgesamt gesehen - ein in anderer Richtung einseitigeres, z.B. stärker materiell orientiertes Bild als vor diesen Verfolgungen. Es sollte sich von selbst verbieten, diese historischen Gruppierungen noch heute pauschal als "ketzerisch", "unchristlich" u.ä. einzustufen. Betr. gnostischer Glaubenselemente müßte auch unterschieden werden zwischen einem "Gnostizismus" und einer "apostolischen Gnosis" (letzteres betrifft z.B. Johannes, Paulus und Thomas), welche Unterscheidung selbst der Sektenverfolger F.W.Haack traf. Im Übrigen ist interessant, daß einige moderne Autoren, die sich ausdrücklich in die Manichäertradition hineinstellen, stärker als die historisch nachprüfbare Literatur der Manichäer die Erhaltung und Umwandlung des Irdischen betonen, sodaß ihnen keine weltflüchtigen Einseitigkeiten unterstellt werden können.
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